Hinter unserer Intuition steckt mehr

15. Februar 2009, 22:14
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Studie zeigt, dass mitunter unbewusst abgespeicherte Erinnerungen berücksichtigt werden

London - Sogenannte Bauchentscheidungen entstehen oft weitaus weniger spontan als vermutet. Eine Studie zeigt, dass Menschen selbst beim willkürlichen Raten mitunter unbewusst abgespeicherte Erinnerungen berücksichtigen. "Auch in alltäglichen Situationen wissen wir eventuell mehr, als uns bewusst ist", sagt Untersuchungsleiter Ken Paller.

Untersuchung

Im ersten Teil des Versuchs zeigte der Psychologe der amerikanischen Northwestern Universität den Teilnehmern auf einem Computermonitor bunte Bilder eines Kaleidoskops. Eine Hälfte der Eindrücke sollten sich die Menschen bewusst einprägen. Bei den übrigen Bildern dagegen wurden sie gezielt abgelenkt, etwa in dem sie sich Zahlen merken mussten, die eine Stimme durchsagte.

Kurze Zeit später zeigte Paller den Teilnehmern erneut Bilder eines Kaleidoskops. Die Probanden sollten sich nun erinnern, ob sie die Eindrücke schon einmal gesehen hatten. Im Zweifelsfall sollten sie raten.

Ergebnisse

"Bemerkenswerterweise lagen die Leute richtiger, wenn sie bei den Bildern abgelenkt worden waren, als wenn sie ihnen die volle Aufmerksamkeit geschenkt hatten", sagt Paller. "Und sie waren auch dann zuverlässiger, wenn sie nur rieten, als wenn ihnen ein Bild vertraut erschien."

Daraus leitet der Forscher ab, dass die Eindrücke vom visuellen System auch dann abgespeichert wurden, wenn die Probanden abgelenkt waren. Der Psychologe rät im Fachblatt "Nature Neuroscience", sich nicht nur auf das bewusste Gedächtnis zu verlassen. "Wir sollten auch unsere intuitive Natur und Kreativität entwickeln", so das Fazit Pallers. "Intuition könnte eine wichtige Rolle bei Antworten auf alle möglichen Probleme des Alltags geben." (APA/AP)

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