Nach Ausgliederung teurer als zuvor

13. Februar 2009, 16:05
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Knapp 3.000 Werke in ehemaliger Artothek des Bundes nicht auffindbar

Wien - Die im Jahr 2002 ausgegliederte Verwahrungs- und Verleihtätigkeit der Artothek des Bundes ist nach der Ausgliederung nicht billiger, sondern teurer geworden. Dies geht aus einer Beantwortung einer FPÖ-Anfrage durch Kulturministerin Claudia Schmied hervor. Nach einer "Vertragsanpassung", die 2007 ausbezahlt wurde, rückwirkend bis 2002 galt und insgesamt zusätzlich 172.466 Euro ausmachte, sind die "Gesamtkosten für die Verwaltung der Kunstförderungsankäufe durch die 'Gesellschaft zur Förderung der Digitalisierung des Kulturgutes' (...) deutlich gestiegen und überschreiten die Kosten vor dem Zeitpunkt der Auslagerung der Artothek", heißt es darin.

"Ebenso überschreiten die Gesamtkosten das nach der damaligen Ausschreibung vorgelegte Konkurrenzangebot", so Schmied weiter. Derzeit erhalte der Verein 310.843 Euro pro Jahr plus zukünftiger Indexanpassungen. Auf die APA-Frage nach Konsequenzen dieser Verteuerung sagte ein Sprecher des Kulturministeriums, dass Gespräche über eventuelle einvernehmliche Lösungen geführt werden. Jedoch habe der ehemalige Kunststaatssekretär Franz Morak (V) kurz vor Ende seiner Amtszeit den Vertrag mit dem Verein bis 2012 verlängert, daher müsse man "im Rahmen der bestehenden Situation handeln", so der Sprecher.

2.994 Werke in der Verwaltung des Vereins sind derzeit entweder nicht auffindbar oder an unbekannt verliehen. Bereits vor der Ausgliederung waren zahlreiche Kunstwerke unauffindbar. Der Rechnungshof hatte im Dezember 2001 heftige Kritik an der Artothek des Bundes geübt. Durch die Ausgliederung sollten damals Einsparungen von 100.000 Euro pro Jahr erzielt werden. Insgesamt werden mehr als 30.000 Werke verwaltet. (APA)

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