Paris startet erste Satelliten für Raketenkontrolle

13. Februar 2009, 16:04
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Techniken zur Infraroterkennung von Raketenflügen sollen ein Jahr lang getestet werden

Kourou/Paris - Frankreich will angesichts der Verbreitung von Kernwaffen künftig weltweit Raketenstarts überwachen. Dazu beförderte es in der Nacht zum Freitag zwei Satelliten vom Typ SPIRALE mit einer Ariane-Rakete von Kourou in Französisch-Guayana in den Weltraum. Sie sollen ein Jahr lang Techniken zur Infraroterkennung von Raketenflügen testen. Bis zum Jahr 2020 soll ein autonomes Warnsystem entstehen, wie das zuständige Amt des Pariser Verteidigungsministeriums am Freitag mitteilte.

In der französischen Hauptstadt war von einem wichtigen Schritt für ein System zum Schutz der eigenen Ballungszentren und Streitkräfte die Rede. Hintergrund ist den Angaben zufolge die Verbreitung von Kernwaffen und Raketentechnik in Schwellenländern wie Pakistan und dem Iran. Vergangene Woche hatte der Iran mit einer selbst entwickelten Trägerrakete Safir 2 einen Satelliten gestartet und damit seine Kapazität zum Bau von Interkontinentalraketen gezeigt.

"Verschmutzte" Strahlung

Aus dem All sind angreifende Raketen während des Fluges vom Start bis zum Einschlag anhand ihrer Hitzestrahlen zu identifizieren. Die Daten werden jedoch von zahlreichen anderen Infrarotquellen "verschmutzt" und es besteht die Gefahr eines Fehlalarms. An dem Projekt arbeiten die EADS-Tochter Astrium sowie Thales Alenia Space. Die mit SPIRALE gesammelten Erfahrungen sollen es ermöglichen, bis Oktober 2010 die Anforderungen an Satelliten eines Raketenwarnsystems zu definieren.

Neben den SPIRALE-Satelliten brachte die Trägerrakete des Typs Ariane 5 ECA auch den TV-Satelliten HOT BIRD 10 für Eutelsat sowie den Fernmeldesatelliten NSS-9 SES New Skies ins All. Auch HOT BIRD 10 wurde federführend von Astrium gebaut. NSS-9 wurde von der US- amerikanischen Orbital Sciences Corporation entwickelt. Es war der 187. Start einer Ariane-Rakete und der 43. einer Ariane 5. In diesem Jahr will Arianespace bis zu sieben weitere Ariane-5-Raketen starten. (APA/dpa)

 

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