Umstrittener Lehrer geht

13. Februar 2009, 12:25
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Einvernehmliche Lösung - Ministerium: Pädagoge hat Schuld eingestanden - Dieser dementiert

Wien - Nach Angaben des Unterrichtsministeriums hat jener islamische Religionslehrer, der an einer Wiener Schule antisemitische Flugblätter an seine Schüler verteilt haben soll, seine Schuld eingestanden. Als solches Schuldeingeständnis wird von den Behörden die Unterschrift des Lehrers unter eine Weisung von Bezirksschulinspektor und Schuldirektor gewertet, in dem dem Pädagogen politische Agitation im Unterricht untersagt wird, wie man am Freitag auf Anfrage der APA im Unterrichtsministerium und Wiener Stadtschulrat betonte.

Antisemitische Flugblätter

Der Lehrer soll an der Kooperativen Mittelschule (KMS) Brüßlgasse in Wien-Ottakring an seine Schüler Flugblätter mit Logos internationaler Unternehmen verteilt und die Kinder aufgefordert haben, dort nicht einzukaufen, da diese "jüdisch" seien. Der Wiener Stadtschulrat hat nach eigenen Angaben am 21. Jänner von dem Fall erfahren. Daraufhin sei von Bezirksschulinspektor und Schuldirektor eine schriftliche Weisung an den Lehrer ergangen. Darin wurde ihm untersagt, im Unterricht politische Agitation zu betreiben. Zudem sei er aufgefordert worden, sich strikt an den Lehrplan zu halten und vereinbart worden, seine Unterrichtsplanung dem Direktor zu zeigen. Außerdem sei ihm in der Weisung klargemacht worden, dass ein Verstoß gegen diese Vereinbarung dienstrechtliche Konsequenzen bis zum Unterrichtsverbot haben könnten, heißt es seitens des Stadtschulrats.

Der Lehrer habe die schriftliche Weisung entgegengenommen und unterschrieben. Damit habe er "Einsicht in sein Fehlverhalten dokumentiert", meint man im Stadtschulrat. Am 28. Jänner hat dann das Schulamt der Islamischen Glaubensgemeinschaft den Lehrer in einem Schreiben informiert, dass ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet wurde. Der Pädagoge dementiert jedoch, die antisemitischen Flugblätter im Unterricht verteilt zu haben - ein Schüler habe diese mitgebracht. Das Thema sei im Unterricht auch nicht besprochen worden, sagt er laut dem "Muslimischen Lehrerverein Wien". (APA/red)

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