Drucker wehren sich gegen einseitige KV-Aufkündigung

13. Februar 2009, 12:50
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Bauer fürchtet auch Aushebelung des Journalisten-KV - Protest-Betriebsversammlungen in der kommenden Woche

Die österreichischen Drucker wehren sich gegen die Aufkündigung ihres Kollektivvertrags. Dieser wurde bereits im Dezember vom Verband Druck & Medientechnik aufgekündigt und ist noch bis Ende Juni gültig. Die Drucker wollen dagegen in der kommenden Woche bundesweite Protest-Betriebsversammlungen starten. Die Journalistengewerkschaft erklärte sich am Freitag mit den Druckern solidarisch.

Franz C. Bauer, Präsident der Journalistengewerkschaft, sagte de r APA, dass eine einseitige Kündigung der Kollektivverträge "ein aggressiver Akt" sei, "der einen Arbeitskampf provoziert". Von Streik wollte er aber nicht sprechen. Werner Neudorfer vom Verband Druck & Medientechnik kann mit dem Begriff "Protest-Betriebsversammlungen" nichts anfangen. "Eine Betriebsversammlung ist für mich keine Maßnahme des Protests - wenn man protestiert, dann protestiert man", so Neudorfer. Er erwartet sich, dass die Gespräche am Verhandlungstisch geführt werden, und bei den Maßnahmen "die Interessen der Arbeitgeber Berücksichtigung finden".

Bauer betonte, dass "Kollektivverträge einseitig aufzukündigen keine Lösung" sei. Dies würde lediglich zur Verschärfung der Auseinandersetzung und zu vermeidbaren Konflikten führen, "die vor dem Hintergrund der aktuellen Wirtschaftslage die Situation der Unternehmen weiter verschlechterten", warnte der Gewerkschaftspräsident. Bauer befürchtet auch, dass die Verleger versuchen könnten, den Journalisten-KV ebenfalls auszuhebeln oder aufzukündigen. (APA)

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