Philipp Morris soll Entschädigung an Witwe von Kettenraucher zahlen

13. Februar 2009, 10:49
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Der Prozess könnte Signalwirkung für weitere, ähnliche Verfahren haben

Fort Lauderdale - Die Witwe eines langjährigen Kettenrauchers hat vor einem Gericht im US-Bundesstaat Florida einen Teilerfolg erzielt. Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass der 1997 an Lungenkrebs verstorbene Stuart Hess nikotinabhängig war. Die Entscheidung könnte den beklagten Tabakkonzern Philip Morris teuer zu stehen kommen. Über eine mögliche Entschädigung soll in der nächsten Phase des Prozesses beraten werden.

Die Anwälte der Witwe zeigten sich am Donnerstag zufrieden mit dem Urteil der Geschworenen. Sie hatten argumentiert, dass Hess mehrmals versucht habe, mit dem Rauchen aufzuhören, ihm dies aber wegen seiner Abhängigkeit nicht gelungen sei. Er starb im Alter von 55 Jahren.

Der Prozess könnte Signalwirkung für eine Reihe weiterer ähnlicher Verfahren haben. Es ist der erste Fall, der zur Verhandlung kam, seit der Oberste Gerichtshof von Florida vor knapp drei Jahren ein spektakuläres Urteil gegen die Tabakindustrie aufgehoben hatte. Ein Gericht in Miami hatte die Tabakindustrie im Jahr 2000 zu Schadensersatzzahlungen in Höhe von insgesamt 145 Milliarden Dollar (113,0 Mrd. Euro) verurteilt. Die Berufungsinstanz kippte die Entscheidung mit der Begründung, die Kläger hätten sich für den Prozess gegen fünf Zigarettenfirmen nicht zusammenschließen dürfen, die einzelnen Fälle wiesen zu wenig Gemeinsamkeiten auf. (APA/AP)

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