US-Stadt Cambridge entfernt Überwachungskameras

13. Februar 2009, 11:29
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Begründung: Bürgerrechte wären nach 9/11 immer stärker abgebaut worden - Heimatschutzministerium wollte vollständiges Kameranetz finanzieren

Noch vor wenigen Jahren hätten sich die meisten wohl kaum ausmalen können, welches Ausmaß die Kameraüberwachung des öffentlichen Raums in kürzester Zeit annehmen sollte. Vor allem der Anti-Terror-Kampf aber auch sonstige diffuse Sicherheitsversprechen wurden zunehmend als Argument für den Aufbau einer immer lückenloseren Überwachung gebraucht.

Gegen den Trend

Eine Entwicklung, die von der Öffentlichkeit weitgehend stillschweigend akzeptiert wurde, allen Mahnungen von Bürgerrechtsgruppen und DatenschutzexpertInnen zum Trotz. Entsprechend überrascht nun eine aktuelle Meldung aus den USA: Der Stadtrat von Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts hat sich einstimmig gegen ein Projekt ausgesprochen, in dem ein flächendeckendes Kamerasystem aufgezogen werden sollte.

Projekt

Gemeinsam mit anderen Städten in Massachusetts - darunter auch Boston - hatte Cambridge einen Etat von 4,6 Millionen US-Dollar vom US-Heimatschutzministerium für ein entsprechendes System zugesprochen bekommen. Cambridge will aber nicht nur darauf verzichten neue Überwachungskameras zu installieren, es sollen auch alle im Rahmen des Projekts bereits angebrachten Kameras wieder entfernt werden.

Privatsphäre

Klare Worte findet man auch bei der Begründung dieses Schritts: So verweist Stadträtin Marjorie Decker auf die "schleichende Einschränkung der Bürgerrechte nach 9/11", der man entgegen wirken will. Durch ein entsprechendes Kamerasystem würde die Privatsphäre der EinwohnerInnen von Cambridge massiv eingeschränkt. (apo)

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