Kahane überlebt Flugzeugcrash im Engadin

13. Februar 2009, 19:07
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Bei einer Bruchlandung starben die beiden Privatpiloten des Industriellen Alexander Kahane, der dabei verletzt wurde

Samedan/Wien - Die Falcon 10, ein Privatjet im Besitz der Laret Aviation/Bermuda, geriet am Donnerstagnachmittag, nachdem sie mit dem linken Flügel die Landebahn des Engadin Airports in Samedan gestreift hatte, in Schieflage und stieß gegen eine Schneemauer. Durch die Wucht wurde das Cockpit weggerissen, der 69-jährige Pilot und der 41-jährige Kopilot wurden bei dem Aufprall getötet. Die beiden Männer "haben Alexander Kahane seit Jahren begleitet", schreibt die Familie Kahane in einer Aussendung. Alexander Kahane, der einzige Passagier, überlebte mit Rippenbrüchen, Hand- und Beinverletzungen. Er wurde ins Krankenhaus Samedan gebracht.

Der Unfallhergang wird nun vom Schweizer Büro für Flugunfalluntersuchung (bfu) analysiert. Angaben zur Unfallursache können, so die ermittelnde Behörde, noch nicht gemacht werden. Bis zur Veröffentlichung des Untersuchungsergebnisses könnte ein Jahr vergehen, heißt es aus dem Büro für Flugunfalluntersuchung.
Trotz hochwinterlicher Verhältnisse im Engadin waren die "Voraussetzungen für den Betrieb des Airports zum Zeitpunkt des Unfalls gegeben", sagt Andrea Parolini, Sprecher der Engadin Airport AG. Der Flugverkehr verlief zum Zeitpunkt des Unglücks "regulär". Eine halbe Stunde vor dem Kahane-Jet sei eine Maschine ähnlichen Typs problemlos gelandet.

Größere Probleme hatte jedoch vergangenen Freitag ein Bombardier-Jet der Bank of Utah. Die aus Warschau kommende Maschine geriet über die Landepiste hinaus und landete im Schnee. Beim Unfall wurde keiner der beiden Passagiere verletzt. Trotz dieser zwei Zwischenfälle sei nicht an eine Sperre des Hochgebirgs-Flugplatzes gedacht, sagt Parolini.

Der Airport Engadin, wenige Kilometer von St. Moritz entfernt, ist Europas höchstgelegener Flugplatz. Das erste Flugzeug landete 1919, für den Winterbetrieb zugelassen wurde er erstmals 1938. Pro Jahr werden 20.000 Flugbewegungen, ausschließlich Privatflugzeuge, verzeichnet. Ein Ausbau des Flugplatzes ist bis 2011 geplant. Die Erweiterung ist bei Anrainern sehr umstritten, Ausbaupläne mussten bereits mehrmals verworfen oder gestoppt werden.

Ob sich Alexander Kahane auf einem Geschäfts- oder Privatflug befunden hat, wird nicht kommuniziert. Die Familie Kahane hat im Engadin Wohn- und Firmensitze in St. Moritz und Celerina, dem Nachbarort von Samedan. Die Kahane Foundation, eine Stiftung zur Unterstützung von Bildungs- und Friedensprojekten, sponsert im Engadin zahlreiche Einrichtungen - auch das Krankenhaus, in das Alexander Kahane nach dem Unfall eingeliefert wurde. (Jutta Berger/DER STANDARD, Printausgabe, 14./15.2.2009)

  • Die beiden Piloten des österreichischen Industriellen Alexander Kahane starben bei der Bruchlandung des Privatjets - Die Falcon 10 stieß am Engadin Airport bei St. Moritz gegen eine Schneemauer
    foto: epa/balzarini

    Die beiden Piloten des österreichischen Industriellen Alexander Kahane starben bei der Bruchlandung des Privatjets - Die Falcon 10 stieß am Engadin Airport bei St. Moritz gegen eine Schneemauer

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