Bundestag billigt zweites Konjunkturpaket

13. Februar 2009, 11:50
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Wirtschaft im 4. Quartal deutlich geschrumpft

Wiesbaden - Die deutsche Wirtschaft steckt tiefer in der Rezession als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im vierten Quartal 2008 um 2,1 Prozent. Das war der dritte Rückgang der Wirtschaftsleistung gegenüber einem Vorquartal in Folge und der größte seit der Wiedervereinigung 1990. Noch im Jänner waren die Statistiker für das vierte Quartal von einem Minus zwischen 1,5 und 2,0 Prozent ausgegangen.

Auch die ohnehin pessimistischen Erwartungen von Ökonomen wurden übertroffen, die mit einem Minus von 1,8 Prozent gerechnet hatten. Gegenüber dem Schlussquartal 2007 schrumpfte die gesamtwirtschaftliche Produktion preisbereinigt um 1,6 Prozent, wie das deutsche Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.

Für das Gesamtjahr 2008 bestätigten die Statistiker das bereits im Jänner errechnete Wachstum der deutschen Wirtschaft um real 1,3 Prozent. 2007 war das BIP um 2,5 Prozent gestiegen, im Boomjahr 2006 sogar um 3,0 Prozent.

Trübe Aussichten

Eine schnelle Belebung der Wirtschaft erwarten Volkswirte nicht. Allianz-Experte Rolf Schneider sagte am Freitag: "Auch im ersten Quartal dieses Jahres sinkt das deutsche BIP wahrscheinlich weiter. Allerdings dürfte sich das Tempo des Schrumpfens bereits verlangsamen." Nach einer Analyse der WestLB dürfte der Schrumpfungsprozess um die Jahresmitte herum zum Stillstand kommen. Für die zweite Jahreshälfte sei mit einer zaghaften Erholung der Konjunktur zu rechnen. Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) rechnet nach den Worten von Volkswirt Stefan Mütze für 2009 trotz leichter Plusraten ab Jahresmitte mit einem Minus von 2,6 Prozent.

Insbesondere geringere Anlageinvestitionen und der schwache Export belasteten die deutsche Wirtschaft zum Jahresende. Die Ausfuhren des Export-Weltmeisters Deutschland waren infolge der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise im November um 11,8 Prozent und im Dezember um 7,7 Prozent im Vergleich zu den Vorjahresmonaten eingebrochen. Auch die Verbraucher hielten sich zum Jahresende zurück: Die Konsumausgaben gingen gegenüber dem dritten Quartal zurück.

Positive Entwicklung am Arbeitsmarkt

Am Arbeitsmarkt gibt es dagegen noch eine positive Entwicklung. Die Wirtschaftsleistung wurde im vierten Quartal von 40,8 Millionen Erwerbstätigen erbracht. Das waren 422.000 Personen oder ein Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit wurde der höchste Beschäftigungsstand seit der Wiedervereinigung erreicht. Der Beschäftigungszuwachs hat sich aber seit Anfang 2008 deutlich abgeschwächt.

Nach den Berechnungen des Statistischen Bundesamts war das BIP in Deutschland Anfang 2008 gegenüber dem Vorquartal real noch um 1,5 Prozent gewachsen. In den beiden darauffolgenden Quartalen ging es real jeweils um 0,5 Prozent zurück. (APA/dpa/AP)

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