US-Geheimdienste: Taliban gewinnen deutlich an Einfluss

13. Februar 2009, 07:49
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Störaktionen bei Präsidentenwahl erwartet

Washington - Der Aufstand der radikalislamischen Taliban in Afghanistan hat sich nach Erkenntnissen der US-Geheimdienste im vergangenen Jahr deutlich ausgeweitet. Inzwischen seien auch ehemals friedliche Gebiete rund um die Hauptstadt Kabul und andernorts betroffen, heißt es in dem von  US-Geheimdienstkoordinator Dennis Blair vorgelegten Jahresbericht an den Kongress. Trotz eines verstärkten Einsatzes der US- und NATO-geführten Streitkräfte im Land am Hindukusch gingen die Aufständischen aggressiver vor als früher. Auch die Zahl der Anschläge mit Todesopfern sei gestiegen.

"Sicherheitslage verschlechtert"

"Vor allem in vielen östlichen Regionen des Landes und im Süden und Westen hat sich die Sicherheitslage verschlechtert", heißt es in dem Bericht. Voraussichtlich würden die Taliban und ihre Verbündeten versuchen, die Präsidentenwahl in Afghanistan in diesem Jahr massiv zu stören. Die afghanische Regierung sei nicht in der Lage, auf Provinz- und Bezirksebene vertrauenswürdige Institutionen zu schaffen, was ihrem Einfluss schade und die Taliban erstarken lasse, kritisiert das Papier. Der US-Sondergesandte für Afghanistan und Pakistan, Richard Holbrooke, war am Donnerstag zu Gesprächen über die Befriedung der Region in Kabul eingetroffen.

Der afghanische Präsident Hamid Karzai hat vor wenigen Tagen seinerseits die USA und andere westliche Staaten mitverantwortlich für das Erstarken der Taliban in seinem Land gemacht. In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" warnte er etwa davor, dass willkürliche Militäraktionen der US-Truppen die Position seiner Regierung schwächen und den "afghanischen Rechtsstaat" unterwandern. (APA/AFP)

 

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