EU-Warnung vor "blonden, hübschen Spionen"

12. Februar 2009, 19:38
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Mail sorgt in Journalistenverbänden für Empörung

Brüssel - Die Warnung kam vom Sicherheitschef der EU-Kommission in einem vertraulichen Mail an die Personalverwaltung: "Eine Anzahl von Ländern, Informationsbeschaffern, Lobbyisten, Journalisten und anderen Außenstehenden versucht weiterhin, sensible und geheime Informationen aus der Kommission zu erhalten." Es gelte, die "undichten" Stellen zu schließen.

Vor allem würde immer wieder versucht, "Spione" in die EU-Kommission einzuschleusen: "Das könnte auch die hübsche Volontärin mit den langen Beinen und den blonden Haaren sein," sagte dazu eine Sprecherin der Behörde.

In Journalistenverbänden sorgte das Mail für Empörung. Ein gestörtes Verhältnis zu journalistischer Arbeit haben die deutschen Journalistengewerkschaften der EU-Kommission bescheinigt. Die Gleichsetzung von Journalisten und Spionen durch die Kommission sei skandalös, erklärte der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes, Michael Konken, am Donnerstag. (mimo, DER STANDARD - Printausgabe, 13. Februar 2009)

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