Im Stau

12. Februar 2009, 18:56
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Herbert Prohaska hat ausnahmsweise ein bisschen unrecht.

Günter Kaltenbrunner wäre entgegen Prohaskas Prophezeiung eher kein ÖFB-Präsident geworden, der alles anders gemacht hätte. Im Gegenteil. Die Unterstützung von Generalsekretär Alfred Ludwig legt nahe, dass Kaltenbrunner für die beharrenden und reformunwilligen Kräfte im Fußballbund die bequemere Wahl gewesen wäre.

Für diese Annahme spricht auch Ludwigs Benehmen. Gegen die Präsentation des Ex-Bundesligapräsidenten Gerhard Skoff, der erst zwei Tage vor der entscheidenden Sitzung des Wahlausschusses als offizieller Kandidat anerkannt wurde, opponierte der ÖFB-Angestellte Ludwig in seiner cholerischen Art. Die Eigentümervertreter, die Landesverbandspräsidenten, waren befremdet und hätten ihrem brauseköpfigen Generalsekretär beinahe einen Verweis erteilt.

Kaltenbrunner ist zwar ein prominenter Ex-Internationaler, als programmatischer oder reformatorischer Kopf hat er sich leider nie hervorgetan. Leo Windtner ist als OÖ-Landespräsident zwar ein "Interner" und daher nicht der von vielen Gutmeinenden gewünschte Reformer von außen. Er hat sich im Wahlausschuss selbst gewählt und damit unfreiwillig den gewaltigen Reformstau in Statuten und Abläufen des ÖFB dokumentiert.

Doch immerhin ist er als Vorstand der OÖ-Energie AG ein wettergehärteter Manager. Er wird Ludwig, der wohlgemerkt die Personalie Karel Brückner erfunden und durchgesetzt hat, jetzt aber damit nichts mehr zu tun haben will, nicht einfach weiter fuhrwerken lassen. Besser als nichts. (Johann Skocek, DER STANDARD Printausgabe 13.02.2009)

 

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