Ljubljana will "Korotan" kaufen

12. Februar 2009, 17:48
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Nach jahrelangem Hin und Her Annäherung zwischen Klagenfurter Hermagoras-Verein und slowenischer Regierung

Ljubljana/Wien - Nach jahrelangem Hin und Her wird die slowenische Regierung nun doch Miteigentümerin des vom Klagenfurter Slowenenverein Hermagoras (slowenisch Mohorjeva) betriebenen Wiener Studentenheims "Korotan". Dies berichtet die Laibacher Tageszeitung "Dnevnik" am Mittwoch unter Berufung auf Hermagoras-Direktor Anton Koren. Er war am Montag in Ljubljana vom slowenischen Wissenschaftsminister Gregor Golobic zu Gesprächen empfangen worden.

Verhandlungen seit 2002

Hermagoras drängt schon seit dem Jahr 2002 auf einen Einstieg Sloweniens, da mittlerweile nur noch 15 Prozent der Studenten im "Korotan" Angehörige der slowenischen Minderheit in Kärnten seien. Die meisten Bewohner kämen aus Slowenien. Da eine Subventionierung von Heimbetten nach slowenischer Gesetzgebung nicht möglich ist, kann sich Ljubljana nur über einen Kauf an den Erhaltungskosten beteiligen.

Weil die Verhandlungen unter der rechtsgerichteten slowenischen Regierung nicht vom Fleck kamen - gestritten wurde vor allem über den Kaufpreis -, kündigte Hermagoras im Juni vergangenen Jahres an, das Gästehaus in Wien-Josefstadt an den Meistbietenden verkaufen zu wollen. Hermagoras-Aufsichtsratsvorsitzender Karel Smolle warf der Regierung von Premier Janez Jansa damals "Dummheit, Eitelkeit und Unkultur" vor. Jansa reagierte mit dem Vorwurf der "Preistreiberei". Hermagoras bezifferte den Wert von Gebäude und Inventar auf sechs Millionen Euro, die slowenische Regierung auf 5,3 Millionen.

Die neue linksgerichtete slowenische Regierung scheint den Forderungen des Klagenfurter Vereins gegenüber aufgeschlossener zu sein. Man sei grundsätzlich für den Ankauf des Heims, teilte die Regierung vorige Woche mit. Wegen der komplizierten gesetzlichen Bestimmungen in Slowenien und Österreich und der Beteiligung mehrerer Ministerien brauche eine Lösung aber Zeit. Koren und Wissenschaftsminister Golobic wollten daher keine Einzelheiten über die angepeilte Lösung mitteilen. Koren deutete an, dass der slowenische Staat zwar Mehrheitseigentümer wird, er die Verwaltung des Studentenheims aber weiterhin Hermagoras überlassen wird. (APA)

  • Gestritten wird vor allem über den Kaufpreis des Heims.
    foto: standard/cremer

    Gestritten wird vor allem über den Kaufpreis des Heims.

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