Trennung von 135 freien Dienstnehmern

12. Februar 2009, 17:35
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Im Kleinen beginnt die marode Airline bereits den Rotstift anzusetzen, der Flughafen begann bereits im Vorjahr gegenzusteuern

Große Sparmaßnahmen zeichnen sich bei der AUA zwar noch keine ab, im Kleinen beginnt die marode Airline aber bereits den Rotstift anzusetzen. So wurden per 31. März 135 Travel Coaches per E-Mail informiert, dass man das Dienstverhältnis löse. Travel Coaches sind freie Dienstnehmer, häufig Studenten, die am Flughafen für die Kinderbetreuung, bei Quick-Check-in-Automaten, der HON-Circle-Betreuung oder bei der Fast Lane stundenweise den Reisenden helfen. Ziel der AUAsei es, durch diese Maßnahme die bestehenden Arbeitsverhältnisse in diesem Bereich zu sichern.
Der massive Nachfragerückgang hat nicht nur die Do&Co-Tochter Sky Gourmet (früher Airest) getroffen, die, wie berichtet, bis zu 170 Mitarbeiter am Airport kündigen muss, auch der Wiener Flughafen bekam im Jänner den Passagierrückgang deutlich zu spüren. Die Zahl der abgefertigten Passagiere ging im Vergleich zum Vorjahresmonat, Jänner 2008, um 12,1 Prozent auf insgesamt 1,155.452 Fluggäste zurück. Besonders stark betroffen waren die Destinationen nach Osteuropa, wo das Passagierminus fast 16 Prozent betrug.

Entspannung am Flughafen

Doch am Flughafen sieht man die Situation derzeit noch relativ entspannt, nicht zuletzt, weil bereits im September des Vorjahres begonnen wurde gegenzusteuern. So sei man derzeit auf dem Passagierniveau von 2007 (Jänner 2007: 1,148 Mio. Fluggäste zu Jänner 2009: 1,155 Mio. Passagieren) und 2007 sei kein schlechtes Jahr gewesen, wird argumentiert. Und in den Spitzenzeiten seien die Slots (Startfreigaben) nach wie vor knapp. Es gebe zwar keine neue Nachfrage, "aber an der Spitze bricht nichts weg" , wird betont.
Bereits im September haben die Verantwortlichen am Flughafen in der größten Sparte Handling (Be- und Entladung der Flieger, Gepäckabfertigung, Enteisung etc.) begonnen gegenzusteuern. Um Kündigungen zu vermeiden, wurden die 2200 Beschäftigten angehalten die Urlaubsrückstände bis 2010 aufzubrauchen. Zuletzt mussten dafür 7,5 Mio. Euro in der Bilanz rückgestellt werden. Man habe gut ausgebildetes Personal, von dem man sich nicht trennen wolle, wird betont.

Keine Nachbesetzung

Zudem wurde von September 2008 bis Jänner 2009 der natürliche Abgang von 120 Mitarbeitern nicht nachbesetzt. Und es wurden die Überstunden massiv reduziert. Man kalkuliere derzeit mit den Werten von 2007. "Wenn ich das Jahr 2007 simuliere, kann ich nicht schlecht liegen" , sagte ein Verantwortlicher am Airport zum Standard.
Mit diesen Maßnahmen hofft der Flughafen das Auslangen zu finden. Sollte 2010 noch immer kein Ende der Krise zu erkennen sein, dann müsse man die Karten sowieso neu mischen, wird betont. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.2.2009)

 

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