Holtzbrinck stoppt Billigzeitung, Springer verkauft Regionaltitel

12. Februar 2009, 18:15
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Verlag konnte die "gewünschten kommerziellen Ergebnisse wegen der rückläufigen Anzeigenentwicklung nicht erreichen"

Zügig ordnet sich die deutsche Zeitungslandschaft neu. Die Verlagsgruppe Holtzbrinck ("Handelsblatt", "Wirtschaftswoche", "Die Zeit") stellt laut Branchendiensten "20 Cent" ein. Der Österreicher Michael Grabner hat die Billigtageszeitung für zwei deutsche Regionen 2004 und 2005 als stellvertretender Vorstandschef von Holtzbrinck gegründet. Grabner ist inzwischen Gesellschafter von oe24.at, dem Onlineportal von Österreich, und vertritt Gesellschafter Raiffeisen in der Mediaprint ("Krone", "Kurier").

Trotz steigender Auflagen und "beachtlichen Erfolgen im Lesermarkt" konnte der Verlag nach eigenen Angaben die "gewünschten kommerziellen Ergebnisse wegen der rückläufigen Anzeigenentwicklung nicht erreichen". Eine Aussicht auf Break-even sei trotz intensiver Bemühungen seit Einführung der Blätter im Jahr 2004 in der Lausitz und 2005 im Saarland "nicht gegeben", zitiert kress.de Holtzbrinck.

Der größte deutsche Zeitungskonzern, Springer, investiert in seine Stammblätter ("Bild", "Welt", "Berliner Morgenpost") und will sich stärker in Polen engagieren, wo Springer etwa das Boulevardblatt "Fakt" herausbringt und bei der zweitgrößten Zeitung "Rzeczpospolita" einsteigen will. Die Mehrheit gehört Finanzinvestor Mecom, der in Deutschland nun den Berliner Verlag an den Kölner Verlag DuMont abgibt.

Um 310 Millionen Euro verkaufte Springer gerade die Regionalblätter "Leipziger Volkszeitung", "Kieler Nachrichten" und "Lübecker Nachrichten" an den Hannoveraner Madsack-Verlag ("Hannoversche Allgemeine Zeitung", "Göttinger Tageblatt"), der damit zum führenden Verlag Norddeutschlands aufsteigt. Deutschlandweit rückt Madsack nach Auflagen von Platz acht auf Platz fünf vor. (bau, fid/DER STANDARD, Printausgabe, 13.2.2009)

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