Mehr Umsatz im Jänner

12. Februar 2009, 17:09
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Die Kauflaune der US-Verbraucher ist zum Jahresauftakt überraschend zurückgekehrt

Washington - Die Kauflaune der US-Verbraucher ist zum Jahresauftakt überraschend zurückgekehrt. Die Einzelhändler steigerten vermutlich auch wegen der Rabattaktionen nach dem Weihnachtsgeschäft ihren Umsatz um ein Prozent verglichen mit dem Vormonat, wie das Handelsministerium am Donnerstag mitteilte. Das war der erste Anstieg seit sieben Monaten und das stärkste Plus seit November 2007, vor dem Beginn der Rezession in den USA.

Experten warnen jedoch davor, dies als Anzeichen für den Beginn einer Erholung zu sehen. Denn die US-Unternehmen bauen immer noch zahlreiche Arbeitsplätze ab, allein in der vergangenen Woche meldeten sich etwa 623.000 Menschen neu arbeitslos, über 10.000 mehr als Experten erwartet hatten. Zudem deuteten Daten zu den Lagerbeständen darauf hin, dass die US-Wirtschaft im Schlussquartal 2008 noch stärker geschrumpft ist als von der US-Regierung bisher angenommen.

Zumal auch die Einzelhandelsumsätze im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen sind: Die Händler erlösten 9,7 Prozent weniger als im Jänner 2008. "Der Ausblick bleibt negativ", sagte Bernd Weidensteiner, Volkswirt bei der Commerzbank. "Immerhin verliert der Einbruch der Umsätze aber an Dynamik." Auch überraschten nicht mehr alle Indikatoren negativ - das mache eine Stabilisierung bei den harten Zahlen möglich.

Mehr in den Kassen

Ohne den Autohandel hatten die Händler im Jänner 0,9 Prozent mehr in den Kassen als im Dezember, das ist der stärkste Anstieg seit Mai 2008. Der rückläufige Benzinpreis lockte die Verbraucher auch wieder an die Tankstellen, der Absatz von Treibstoffen sprang um 2,6 Prozent, nachdem er im Dezember um 15,6 Prozent eingebrochen war. Die Umsätze im Einzelhandel gelten als wichtiger Indikator für die weltgrößte Volkswirtschaft. Diese hängt zu etwa zwei Dritteln vom privaten Konsum ab.

Im Herbstquartal 2008 könnte die Wirtschaftsleistung aber noch deutlicher zurückgegangen sein als bisher mit minus 3,8 Prozent angenommen, sagten Experten. Als Grund dafür nannten sie die rückläufigen Lagerbestände, die nach Angaben des Handelsministeriums im Dezember mit 1,3 Prozent so stark schrumpften wie seit 2001 nicht mehr.

Die US-Wirtschaft steckt bereits seit Dezember 2007 in der Rezession, die zum Jahresende hin an Fahrt gewonnen hat. Seither verloren fast vier Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz. US-Präsident Barack Obama hat nun nach wochenlangen Verhandlungen grünes Licht vom Kongress für sein milliardenschweres Konjunkturpaket bekommen. Senat und Repräsentantenhaus einigten sich auf Steuererleichterungen und Investitionen im Volumen von 789 Mrd. Dollar (615 Mrd. Euro), die die US-Wirtschaft aus der Rezession ziehen sollen. (APA/Reuters)

 

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