Schwalben können pro Nacht mehr als 500 Kilometer fliegen

13. Februar 2009, 11:42
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Forscherin: "Die Wanderleistung der kleinen Singvögel ist bisher weit unterschätzt worden"

Washington - Purpurschwalben können bei ihren Flügen in einer Nacht mehr als 500 Kilometer zurücklegen. Das sei dreimal so viel wie bisher gedacht, berichten kanadische BiologInnen in der amerikanischen Fachzeitschrift "Science" (Bd. 323, S. 896). Bridget Stutchbury und ihre MitarbeiterInnen von der York Universität in Toronto (Kanada) hatten 14 nordamerikanische Walddrosseln (Hylocichla mustelina) und 20 Purpurschwalben (Progne subis) mit sogenannten Geolocatoren ausgestattet, die nur 1,2 Gramm leicht sind.

"Die Wanderungen kleiner Singvögel konnten bisher mit größeren Geräten wie GPS-Empfänger nicht verfolgt werden", sagen die ForscherInnen. Die Vögel wiegen selbst nur etwa 50 Gramm. Aus den Daten, die die ForscherInnen nach einem Jahr aus den Chips von fünf wiedergefundenen Drosseln und zwei Schwalben gewinnen konnten, errechneten sie die tägliche bzw. nächtliche Position der einzelnen Vögel auf ihrer Reise.

Leistungen

Die Schwalben wanderten nachts an der Ostküste der USA nach Süden, über die Halbinsel Yukatan und weiter bis nach Brasilien. Dabei legten sie zeitweise 500 Kilometer in 24 Stunden zurück, machten aber in Mittelamerika auch wochenlange Ruhepausen. Eine der Schwalben war in 13 Nächten sogar 7.500 Kilometer geflogen, das entspricht einer Tagesleistung von 577 Kilometern.

Die Drosseln flogen tagsüber und blieben im Winter in Mittelamerika. Sie brachten es auf immerhin 233 bis 277 Kilometern pro Tag. Bei der Rückreise im Frühjahr legten beide Arten weniger Pausen ein und wanderten noch schneller. "Die Wanderleistung der kleinen Singvögel ist bisher weit unterschätzt worden", berichtet Stutchbury. "Man glaubte, dass sie nur etwa 150 Kilometer am Tag schaffen".

Mit der neuen Technik könne jetzt erstmals auch der genaue Verlauf der Wanderungen kleiner Vögel verfolgt und damit ihre Gefährdung auf der Reise besser eingeschätzt werden, berichten die ForscherInnen. (APA/dpa)

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