"Papst soll Fehler rückgängig machen"

12. Februar 2009, 16:40

Der Schwechater Dechant Gerald Gump findet im Gespräch mit Hans Rauscher scharfe Worte zur Kirchenkrise und empfiehlt Benedikt XVI. sich an Obama ein Beispiel zu nehmen

"Rom kann von Washington lernen", meint der Schwechater Dechant Gerald Gump zu den aktuellen "Fehlern" der katholischen Kirche. Im Gespräch mit Hans Rauscher würde er sich von Papst Benedikt XVI. wünschen, dass dieser wie US-Präsident Obama klar sagt, dass er einen Fehler gemacht habe und diesen auch wieder zurück nimmt. Konkret meint Gump damit die Bestellung des umstrittenen Weibischofs Gerhard Maria Wagner in Linz und die Rehabilitierung von Holocaust-Leugner Bischof Richard Williamson.

Vertrauen

Nachdem die Mehrheit der Dechante in der Diözese Linz sich gegen Wagner - für den Schwechater Geistlichen "ein theologisch höchst einseitiger Mann aus einer restaurativen Kleingruppe"- ausgesprochen haben, meint Gump in Richtung des designierten Weihbischofs: "Ich würde mir schon überlegen, ob ich das Amt antrete, wenn das Vertrauen von der Kirche, die sie wirklich lebt, fehlt".

Zölibat

Gump ist Gründungsmitglied der "Pfarrer Initiative", einer "Bewegung gegen das Zusperren von Pfarren". Als solches findet er den Zölibat zwar gut, würde sich auf Grund des Priestermangels jedoch wünschen, dass man über dieses kirchliche Gesetz hinwegsieht, um das kirchliche Leben in den Gemeinden weiter zu ermöglichen.

Homosexualität

"Krank" sind für Gump die Aussagen von Seiten mancher Geistlicher, wonach Homosexualität "heilbar" sei. Er selbst habe einen Homosexuellen in seiner Gemeinde, und er würde sehr gut verstehen, wenn dieser aus der Kirche austreten würde. Warum man nach den vielen negativen Berichten nicht aus der Kirche austreten soll? Der Dechant bemüht einen Vergleich: Es gäbe von vereinzelten Europapolitikern immer wieder antieuropäische Aussagen, deshalb müsse man sich aber das eigene Europäer-Sein nicht nehmen lassen.

Gegenfrage

Am Schluss des Video-Interviews stellt der Interviewte die traditionelle Gegenfrage an Hans Rauscher. Sie lautete: Was würden Sie als Journalist der Kirche raten? Die Antwort findet sich im obigen Video. (rasch, derStandard.at, 12.2.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 27
1 2
th004900
 
00
24.2.2009, 05:59
Die Kirche soll machen (können), was sie für richtig hält,

Kritiker sollen das sagen (können), was sie an Kritik anbringen wollen,
jeder soll sich für das entscheiden (können), was er für richtig hält.

Halka
00
21.2.2009, 08:59
naja

traurig halt, dass ein priester gast 19 minuten über die kirche spricht und jesus oder gott erst in minute 16 kurz erwähnt. bei der frage warum man katholisch bleiben soll stellt er nicht einmal diesen bezug her. kein wunder wenn dann so viele leute austreten, wenn so viele priester die besonders gerne in den medien auftreten von der kirche als quasipolitischen verein sprechen und nicht als volk gottes oder Leib Christi.

Kelborn
00
18.2.2009, 20:48

schöne, offene Worte, die man sonst nur von den Evangelischen gewohnt ist.

Vieleicht kommt das alles ein bissl spät...

psychologe
 
00
15.2.2009, 15:09
Lebensfragen und Macht

Jeder Mensch stellt sich Fragen nach dem "Woher und Wohin". Die Antworten, die es darauf gibt, können sehr unterschiedlich ausfallen. Die "großen Denkrichtungen" (Philosophie, Religion, Wissenschaft) rivalisieren in der "Definition des Lebens" und werden von ihren jeweiligen Anhängern unterstützt. Jede Gruppe glaubt die alleinig-richtige Antwort zu kennen. Wenn sie doch endlich einsehen würden, dass sie alle nur einen Teil der Antwort parat haben und dass erst zusammen eine gelungene Antwort gefunden werden kann. Sich einzugestehen, dass der ideologische Gegner auch einen Teil zur Wahrheitsfindung beitragen kann, das fehlt vor allem den Obervertretern dieser Gruppierungen. Ein Weltbürgertum, das alle Gruppen einschließt ist die Lösung.

Erbsenzähler
00
13.2.2009, 23:41

Die allgemeine Stimmungslage kann durch gängige Vorurteile beschrieben werden: "Die meisen Priester sind pädophil", "Scheinheilige Saubande" "Die sind wie eine UFO-Sekte" "Die sind wie die Taliban" usw.
Besonders aufgehetzte Mitläufer fühlen sich heutzutage aufgeklärt wenn die Kirche beschimpfen.
Dagegen gibt es unbestreitbar viel richtige, notwendige Kritik. Die wird meistens ohne Gehässigkeit vorgebracht, wie in diesem Interview auch zu sehen ist.

saxolady
 
00
13.2.2009, 17:20
höchst interessant

das letzte gespräch mit eva g. und dieses im vergleich:

kann es sein, daß die grünen und die katholiken mehr verbindet als jemals angenommen?

kleinerwerdende randgruppe (und bitte keine Prozentzahlen von taufscheinchristen)
und ihr versuch sachlich kompetenter öffentlichkeitsarbeit.

gar nicht schlecht.
aber repräsentativ?

angehender Medientechniker
 
01
13.2.2009, 14:14

Natürlich wird der Papst den Fehler rückgängig machen, schließlich ist er unfehlbar.

unddiefliege1
 
77
13.2.2009, 03:36
Rauscher...

Rau-TV bewegt sich jenseitig jeglicher journalisitscher Qualität: Rausch lässt offen seine Gesinnung durchblicken und führt seinen Atheismus triumphierend vor. Die Ausdrucksweise ist sehr bemüht und seine Beantwortung der Frage von Gump per se unpassend, weil Herr Rausch offensichtlich keine Ahnung von der Materie noch ihrer Bedeutung hat. Rausch ist ein Vorführer seiner narzisitisch geliebten Weltoffenheit statt ein journalistischer Vermittler zwischen Geschehen und Publikum.

Große Kritik am Standard...

unddiefliege1
 
11
14.2.2009, 02:33
Reaktion

Ideologie = auch Weltoffenheit. Meine Verwendung des Begriffes hätte aber ws wirklich unter Anführungszeichen gesetzt gehört, weil einige sich dann berufen fühlen, Dinge klarzustellen, durch die sie ihr Unterscheidungsvermögen zwischen Ideologie und Weltoffenheit und Ideologie ausspielen können - und dabei verkennen, dass ersteres auch unter zweiter Kategorie fällt. Es war trotzdem ironisch gemeint - danke für den "Hinweis".

Und ob ich Katholisch-erzkonservativ und dogmentreu bin? Nein. Rauscher stellt sich als modernes Individuum dar, dass religiöse Hirngespinste längst durchschaut hat. Leider - imho - ist das aber bereits Konsens (zumindest in diesem Forum...?) und bedarf deswegen keiner übertriebenen Präsentation. Das stört. Lediglich.

Oschus Mox
11
13.2.2009, 11:43

" Weltoffenheit " ist doch nicht sein Ding, eher Ideologie!

Meridian
10
13.2.2009, 09:41

das gehört zum format dieser "sendung".
er wird in letzter zeit immer vom interviewten um seine meinung gefragt.

mir gefällts. rauscher wird zum avatar der leserschaft. ;) (jaja, ihr mögt ihn nicht alle, aber ändert nichts am konzept)

sherpa colliweed
31
12.2.2009, 22:04
Redeverbot

Es waehre hoechst zeit das allen Priestern, das Redeverbot auferlegt wird. Wie kann man einen Kollegen in der Oeffentlichkeit kritisieren, und dazu noch durch die Medien, die ja immer das schlechteste verbreiten weil es ja Schlagzeilen bringt. Schande an alle die das tun.

Sausewind
00
13.2.2009, 20:35
"Der Mann schweige in der Kirche"

Redeverbot ist gut, bin dafür den Paulus oder Petrus oder wer immer das gesagt haben soll umzuwandeln in: "Der Mann schweige in der Kirche"

Genug der Predigten und sonstigen Einmischen von Pfarreren, bischöfen, päpste und sonstiges.

hanni baal
01
13.2.2009, 03:17
kurz und bündig

Lieber Sherpa, Ihr Motto lautet wie der Reim: Hände falten ...

Alibaba100
73
12.2.2009, 21:38
Dechant Gerald Gump, was Sie sagen ist anmassend und falsch.

ottomann
 
00
13.2.2009, 09:47
falsch ...

aus der Sicht Alibabas

universaldilettant aka iq007
 
01
13.2.2009, 04:21

Maße, also dichte multipliziert mit Volumen wird so geschrieben

ottomann
 
00
13.2.2009, 09:48
Ali ...

meint vielleicht doch die Masse der ... ja welcher denn?

Becka
01
12.2.2009, 21:34
ein theologisch höchst einseitiger Mann aus einer restaurativen Kleingruppe

so ein pech aber auch, dass der papst (gedanklich) mitglied dieser gruppierung ist.

:-)

soulman76
29
12.2.2009, 20:37
Pfarre Schwechat wie immer laut und ehrlich!

Gut so!
Der Grund warum ich noch Kirchenmitglied bin!

gideon
00
13.2.2009, 18:07
laut ist noch kein Wahrheitskriterium

marillensuppe
00
10.3.2009, 23:16


es steht ja auch geschrieben:

laut u n d ehrlich,
nicht laut, daher ehrlich

anton haupt
62
12.2.2009, 22:43

pfarre schwechat wie immer selbstgerecht und anmaßend. gut, dass nicht die ganze kirche so ist.

Eleazar
01
12.2.2009, 20:26

Also der Gott welcher die Liebe ist!
und dann war dies einer seiner Diener?

Aha.

Das Zimmer war ziemlich lieblos eingerichtet, und die Farben waren auch nicht gerade einem Harmoniebedürfniss entwachsen.

Da fehlt eindeutig eine weibliche Ader.

Warum erschuf Gott die Frau (angeblich), damit der Mann nicht so alleine ist.

petzi der lebensmensch
13
12.2.2009, 18:52
gerald...

gerald guuuuump!

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