Lufthansa-Chef glaubt an EU-Zustimmung

12. Februar 2009, 15:36
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"Kein Anlass nachzubessern" - Mayrhuber erwartet, dass EU-Bedenken ausgeräumt werden können

Berlin/Wien - Trotz der Kritik der EU-Kommission an den Hilfen für die angeschlagene AUA (Austrian Airlines) geht Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber von einer Genehmigung dafür aus. "Ich gehe davon aus, dass die Hilfen genehmigt werden", sagte er am Donnerstag in Berlin am Rande einer Pressekonferenz nach Angaben von Reuters und Dow Jones. Die Lufthansa will die AUA übernehmen, wenn Österreich der angeschlagenen Fluglinie mit ein paar hundert Millionen unter die Arme greift. Mayrhuber sagte heute zudem, er sehe keinen Anlass, das Angebot für die AUA nachzubessern.

Der Lufthansa-Chef verwies darauf, dass das Angebot noch vor der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise gemacht wurde.

Er gehe davon aus, dass die beihilferechtlichen Bedenken ausgeräumt werden könnten und die Genehmigung erteilt werde, sagte Mayrhuber weiter.

Mayrhuber sieht keine Notwendigkeit, eine Veränderung beim gebotenen Preis vorzunehmen. "Wir haben ein Angebot abgegeben und stehen dazu", sagte der Lufthansa-Chef. Auf die Frage, ob zur Ermöglichung einer Übernahme auf Österreichs Zuschuss von 500 Mio. Euro verzichten werden könnte, sagte Mayrhuber: "Um Gottes Willen".

Sanierungsmaßnahmen

Die von der AUA eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen bezeichnete Mayrhuber als "absolut notwendig".

Die EU-Kommission hatte gestern, Mittwoch, angekündigt, die Privatisierung und Restrukturierung der Austrian Airlines AG zu überprüfen, die Eröffnung eines Beihilfeverfahrens wurde angekündigt. Die EU-Kommission äußerte Zweifel, dass der von der Lufthansa gebotene Preis für das AUA-Paket der ÖIAG marktgerecht ist. Zudem will sie prüfen, ob die staatlichen österreichischen Restrukturierunghilfen im Einklang mit dem europäischen Beihilferecht stehen. Damit klang durch, dass die Lufthansa die AUA zu billig bekommen könnte.

Cheuvreux hat unterdessen die Einstufung für Lufthansa vor dem Hintergrund der von der EU angekündigten Untersuchung der angestrebten AUA-Übernahme auf "Underperform" und das Kursziel auf 9,00 Euro belassen. Die Überprüfung ziele vor allem auf den Preis und auf die Pläne zur Restrukturierung der österreichischen Fluggesellschaft und könnte die Übernahme verzögern, wenn nicht sogar gefährden, schrieb Analyst Loic Sabatier in einer Studie vom Donnerstag. Sabatier blieb bei seiner vorsichtigen Haltung, da sich das Umfeld noch immer verschlechtere.

Mayrhuber hat am Donnerstag Mittag in Berlin bei einer Pressekonferenz der "Initiative Luftverkehr für Deutschland" zum Bericht "Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrsstandortes Deutschland" gesprochen. (APA)

 

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