Arsenprofile in Graz erstellt

12. Februar 2009, 15:18
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Steirische Arbeitsgruppe erhält Forschungsauftrag der Johns Hopkins Universität zur "Strong Heart-Study"

Graz - Mit mehr als einer halben Million Euro ist ein Forschungsauftrag der Johns Hopkins Universität aus Baltimore/USA dotiert, den jüngst die Arbeitsgruppe "Umwelt- und Spurenanalytik" der Universität Graz erhalten hat. Das Grazer Team ist Partner in einem US-amerikanischen Projekt, das den Zusammenhang zwischen der Arsen-Konzentration im Trinkwasser und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Diabetes bei den UreinwohnerInnen Amerikas erforscht.

Arsenprofil

Dem Arsen gehört ihre Leidenschaft: Die Arbeitsgruppe "Umwelt- und Spurenanalytik" unter der Leitung von Kevin Francesconi vom Institut für Chemie der Karl-Franzens-Universität Graz erforscht seit Jahren die unterschiedlichen in der Natur vorkommenden Verbindungen des hochgradig giftigen Halbmetalls. "Unsere Aufgabe ist es, in 5.500 Urin-Proben ein vollständiges Arsenprofil zu erstellen und die verschiedenen Arsen-Verbindungen, die sich darin finden lassen, zu identifizieren", so der Chemiker.

Die aktuelle Studie der Johns Hopkins Universität steht im Zusammenhang mit der bereits seit den 1980er-Jahren laufenden "Strong Heart-Study", einer Populationsstudie an 13 Stämmen aus drei amerikanischen Regionen bzw. Bundesstaaten (Arizona, Oklahoma und die Dakotas). Ziel der Studie ist es, die Risikofaktoren kardiovaskulärer Erkrankungen näher zu beleuchten. Die UreinwohnerInnen sind für diese Zwecke ideale Probanden, weil sie überdurchschnittlich häufig an Diabetes erkranken und im Erkrankungsfall auch ein besonders hohes Herz-Kreislauf-Risiko tragen. Zum anderen sei die Arsenbelastung im Trinkwasser der Reservate deutlich höher.

Erfolgreiche Analyse-Methode

Warum gerade das Labor an der Grazer Uni dafür ausgewählt wurde? "Im Laufe unserer jahrelangen Forschungen haben wir uns einen Know-how-Vorsprung geschaffen und eine spezielle, besonders erfolgreiche Analyse-Methode entwickelt", berichtete Walter Gössler aus der Arbeitsgruppe. Den Grazer ForscherInnen stehen hochpräzise Geräte zur Verfügung: Das Argon Plasma Massenspektrometer macht es möglich, rasch und effizient kleinste Proben zu analysieren. Für eine Analyse werden nur 0,01 Milliliter benötigt. "Wir können Spuren bis zu einem Pikogramm nachweisen", informierte Gössler (ein Pikogramm ist ein Billionstelgramm = 1/1.000.000.000.000 g).

Kongress

Ihre neuesten Forschungsergebnisse wird die Arbeitsgruppe schon bald auf einem internationalen Kongress in Graz präsentieren. Vom 15. bis 20. Februar findet die "Europäische Winterkonferenz zur Plasma-Spektroskopie" statt, zu der 500 WissenschafterInnen aus über 30 Staaten erwartet werden. (APA)

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    Die Arsenbelastung im Trinkwasser der Reservate gilt als deutlich erhöht.

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