Spion Ruttensteiner sah gemütliche Rumänen

12. Februar 2009, 14:49
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Zum bedächtigen Spiel gegen Kroatien in Bukarest: "So würde ich mir Rumänien gegen uns wünschen"

Bukarest - Wie die Brückner-Truppe in Graz gegen Schweden hat sich auch Gruppen-Gegner Rumänien am Mittwochabend in einem Fußball-Testspiel für die WM-Qualifikation gegen Kroatien nicht von seiner besten Seite gezeigt. Die Südosteuropäer, die am 1. April in Klagenfurt Österreichs nächster Gegner sind, erlitten in Bukarest vor den Augen von ÖFB-"Spion" Willi Ruttensteiner gegen EM-Teilnehmer Kroatien eine 1:2-Niederlage.

"Es war ein langsames Spiel, ein gerechter und verdienter Sieg der Gäste. Uns erwartet eine schwierige Aufgabe, aber so wie an diesem Abend würde ich mir die Rumänen gegen uns wünschen", berichtete der Beobachter nach seiner Rückkehr. Mit einem WM-Quali-Spiel habe das Treffen allerdings nicht viel zu tun gehabt, in den Zweikämpfen und in der Laufbereitschaft der letzt Einsatz gefehlt.

"Es war auch eine gedrückte Stimmung im Ghencea-Stadion zu spüren, das Publikum war gleich negativ", erzählte Ruttensteiner, der in Gesprächen merkte, dass die Leute nur die WM-Endrunde im Kopf und hohe Erwartungen haben. "Aber die letzten großen Erfolge sind schon einige Zeit her und so schwirrt auch die Angst eines mögliches Desasters herum." Außerdem war das Fehlen von Star Adrian Mutu (verletzt) und Kapitän Cristian Chivu, dessen Frau Adelina in Mailand das erste Kind erwartet, deutlich zu bemerken.

"Die rumänische Elf war nicht eingespielt, ist hinten schlecht gestanden, was die Kroaten immer wieder nutzten", befand der Oberösterreicher, der die zwei Tore der Gäste durch Rakitic (29.) und Kranjcar (75.) jedoch als "dumm und unnötig" bezeichnete. Vor dem ersten Treffer hatten sich der Torhüter und die Verteidigung aufeinander verlassen, wobei der Freistoß des Schalke-Legionärs noch einmal aufsprang und ins Netz flog.

Das Siegestor fiel nach einem Corner, wobei die Abwehr nicht konsequent attackiert hatte und Arsenal-Legionär Eduardo Da Silva, der nach einjähriger Verletzungspause (Beinbruch) ein Team-Comeback gab, vor dem Schuss seine Beine noch im Spiel hatte. Auch der Ausgleich durch Marica (22.) war auf glückliche Art gefallen, als Krizanac mit einem Abwehrversuch dem Schützen aufgelegt hatte. "Aber diese Aktion war gelungen, da haben die Rumänen schnell aus dem Mittelfeld in die Spitze gespielt, das macht sie gefährlich", warnt der ÖFB-Sportdirektor.

Der Oberösterreicher wird am 28. März gemeinsam mit Teamchef-Assistent Andreas Herzog neuerlich nach Bukarest auf Beobachtung gehen und die mit einem 4-1-4-1-System angetretenen Rumänen gegen die in der Gruppe führenden Serben unter die Lupe nehmen. "Es wäre nicht so schlecht, wenn dann die Rumänen mit einer Niederlagen zu uns nach Kärnten kommen", nannte Ruttensteiner seine Hoffnung. Die Rumänien halten nach dem 595. Länderspiel ihrer Geschichte bei 267 Siegen, 147 Remis und 181 Niederlagen (1.002:777 Tore). (APA)

Rumänien spielte mit: Lobont (ab 80. Pantilimon) - Contra (ab 46. Ogararu), Tamas, Radoi (ab 74. Gojan), Rat (ab 46. Nicolita) - O. Petre (ab 46. Nesu) - F. Petre, Cocis (ab 80. Tames), Codrea (46. Bourceanu), Costea (ab 61. Bucur) - Marica (ab 87. Varga)

 

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