Regierung schließt tibetische Regionen

12. Februar 2009, 14:43
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Für Ausländer bis Ende März gesperrt - Offenbar Vorbereitungen auf 50. Jahrestag des gescheiterten Aufstands

Peking - Einen Monat vor dem 50. Jahrestag des Tibet-Aufstands sind mehrere Regionen im Westen Chinas für Ausländer gesperrt worden. Das Tourismus-Büro im tibetisch geprägten Nordwesten der Provinz Gansu erklärte am Donnerstag, die Region sei für ausländische Besucher bis Ende März nicht mehr zugänglich. Auch in Sichuan und Qinghai wurden mehrere Regionen gesperrt.

Der 10. März, an dem die Tibeter an ihre gescheiterte Erhebung gegen die chinesische Herrschaft im Jahr 1959 erinnern, war im vergangenen Jahr der Anlass für wochenlange Unruhen. Dabei kamen nach offiziellen Angaben 22 Menschen ums Leben. Tibetische Aktivisten schätzen jedoch, dass die Zahl der Todesopfer weit höher war. Die Unruhen nahmen ihren Ausgang in der tibetischen Hauptstadt Lhasa, breiteten sich dann aber auch auf die Nachbarprovinzen Gansu, Sichuan, und Qinghai aus, wo es bedeutende tibetische Gemeinschaften gibt.

Zugang für Journalisten eingeschränkt

Eine Sprecherin im Pekinger Außenministerium, Jiang Yu, bezeichnete die gegenwärtige Situation in Tibet als stabil. Der Zugang für internationale Journalisten ist aber weiterhin eingeschränkt. In dieser Woche organisierten die Behörden eine Pressereise nach Tibet. Mehrere Medien, darunter auch die Nachrichtenagentur AP, wurden aber davon ausgeschlossen.

Außenamtssprecherin Jiang sagte am Donnerstag, im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen in Genf hätten die meisten Staaten die Menschenrechtsbilanz Chinas als positiv anerkannt. Einige wenige Staaten hätten zwar versucht, "die Überprüfung zu politisieren". Sie seien aber von der Mehrheit zurückgewiesen worden, sagte Jiang. Bei den Beratungen in Genf hatte die chinesische Delegation Empfehlungen von Deutschland und anderen Staaten zurückgewiesen, ein Folterverbot zu garantieren, die Todesstrafe abzuschaffen, Religionsfreiheit zu gewährleisten und ethnische Minderheiten zu respektieren. (APA/AP)

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