Max-Planck-Forschungspreis an ErinnerungsforscherInnen

12. Februar 2009, 14:32
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Aleida Assmann gilt als Pionierin der Gedächtnisgeschichte, Karl Galinsky als innovativer Kulturforscher

Bonn - Der mit je 750.000 Euro dotierte Max-Planck-Forschungspreis 2009 geht an die deutsche Anglistin Aleida Assmann und den amerikanischen Philologen Karl Galinsky. Sie werden für ihre Forschung auf dem Gebiet der sogenannten Gedächtnisgeschichte ausgezeichnet, wie die Alexander von Humboldt-Stiftung und die Max-Planck-Gesellschaft am Donnerstag mitteilten.

Aleida Assmann

Assmann ist Professorin für Englische Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz. Sie gilt als Pionierin der Gedächtnisgeschichte mit interdisziplinärer Verknüpfung von Geschichtswissenschaft, Psychologie, Neurobiologie und Literaturwissenschaft und ist auch eine international renommierte Literaturwissenschafterin. Mit ihren Arbeiten habe sie Impulse zu den Debatten über die Erinnerung an den Holocaust oder über die Schaffung einer europäischen Erinnerungskultur gegeben, würdigten die Forschungseinrichtungen die Arbeit von Assmann. Mit dem Preisgeld werde sie ihre Forschung zur europäischen Gedächtnisgeschichte vertiefen und das internationale Netzwerk der Universität Konstanz in der Gedächtnisforschung ausbauen.

Karl Galinsky

Der Humboldt-Forschungspreisträger Galinsky ist Professor für Klassische Philologie an der University of Texas in Austin (USA). Er gilt als vielseitig und innovativ auf dem Gebiet der Kulturforschung, in der er etwa die Latinistik oder die Kunst- und Sozialgeschichte mit der Religions- und Altertumswissenschaft verknüpft. Mit den Mitteln des Preises will Galinsky am Seminar für Klassische Philologie der Ruhr-Universität Bochum auf dem Gebiet der interdisziplinären Gedächtnisforschung sowie der Religionsgeschichte arbeiten und eine Forschungsgruppe mit NachwuchsforscherInnen aufbauen.

Hintergrund

Der Max-Planck-Forschungspreis, der internationale Forschungspreis der Humboldt-Stiftung und der Max-Planck-Gesellschaft, wird aus Mitteln des Bundesforschungsministeriums finanziert. Gefördert werden sollen deutsche und internationale WissenschafterInnen aus besonders zukunftsträchtigen Disziplinen. Ausgezeichnet werden jeweils ein in Deutschland und ein im Ausland tätiger Forscher.(APA/dpa)

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