Kirche im Internet: In Städten fast 100 Prozent der Pfarren online

12. Februar 2009, 14:11
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Web 2.0 für offizielle Kirche aber noch kein großes Thema

 Auch die katholische Kirche entdeckt das Internet immer mehr für sich. Im städtischen Bereich seien annähernd 100 Prozent der Pfarren online, so Paul Wuthe, Leiter des Medienreferats der Österreichischen Bischofskonferenz, am Donnerstag auf Anfrage der APA. Im Web 2.0 sei Papst Benedikt XXVI. der österreichischen Kirche voraus, durch private Initiativen sei die Kirche aber auch verstärkt auf Community-Plattformen wie "facebook.com" vertreten.

Im städtischen Bereich hat laut Wuthe so gut wie jede Pfarre einen Web-Auftritt. Am Land seien es zwischen 50 und 60 Prozent der Pfarren, die ihre Seite aktuell halten und mehr bieten als Kontaktdaten, erklärt Wuthe. Die Tendenz sei aber steigend.

In punkto Web 2.0 "ist uns der Heilige Vater voraus", räumt Wuthe ein. Initiativen wie etwa das katholische Portal "kathtube.com" findet Wuthe interessant, doch für Österreich derzeit kaum umsetzbar: "Es braucht da doch sehr viel Aufwand, um qualitativ hochwertige bewegte Bilder zu liefern". Das Angebot auf "kathtube.com" ist vielseitig: Von Interviews zum Thema Kirche über Reden des Papstes bis zur Seelsorge per Video ist alles dabei.

Auch auf Community-Plattformen wie "facebook.com" will man sich derzeit offiziell nicht engagieren. "Da gibt es viele private Initiativen", so Wuthe. Der Paradigmenwechsel zwischen Privatem und Öffentlichem sei für ihn zwar eine "interessante Entwicklung", doch er habe "gewisse Vorbehalte" gegen derartige Internetseiten. Das Thema habe auch "problematische Seiten".

Dass private Initiativen nicht immer unumstritten sind, beweist das Internet-Fernsehen "gloria.tv". Kritiker meinen, das nach dem Vorbild von "youtube" aufgebaute Portal spreche lediglich Kirchen-Hardliner an. Auch das Internetmagazin "kath.net" stößt nicht bei allen Katholiken auf uneingeschränkten Zuspruch. Vor allem Homosexuelle werden auf der Seite immer wieder angegriffen. Von der internationalen Plattform "kreuz.net", die ebenfalls nicht mit derartigen Botschaften spart, hat sich die Österreichische Bischofskonferenz bereits distanziert.

Entsprechend dem Trend kann man im Internet auch ganz einfach seinen katholischen Partner finden: Der Salzburger Weihbischof Andreas Laun war maßgeblich an der Entwicklung der katholischen Partnervermittlung "kathtreff.org" beteiligt. Ziel ist der katholischen Lehre zufolge natürlich eine Heirat.

Der offizielle Auftritt der katholischen Kirche in Österreich ist übrigens "katholisch.at". Neben Nachrichten und Seelsorge bietet das Portal beispielsweise auch einen "Pfarrfinder" in Kooperation mit "Google Maps". Die Erzdiözese Wien präsentiert sich im Internet unter der kreativen Adresse "stephansdom.at", einem Produkt von Radio Stephansdom.(APA)

 

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