Luxus-Shopping bei Russen "in"

12. Februar 2009, 14:22
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Der Shopping-Tourismus nahm 2008 um knapp fünf Prozent zu, die Aussichten für heuer sind allerdings getrübt

Wien - Das sogenannte "Goldene U" in Wien - der Straßenzug Kärntner Straße, Graben, Kohlmarkt - steht bei den Touristen aus Russland und der Ukraine zum Einkaufen zwar nach wie vor hoch im Kurs. Wirtschaftskrise und vor allem Währungsabwertungen dürften die Shoppinglaune heuer aber eintrüben. Aus Japan und den USA seien aufgrund der ungünstigen Währungsentwicklung schon 2008 deutlich weniger Einkaufstouristen gekommen, so der Geschäftsführer von Global Refund Österreich, Gerd Gfrerer, am Donnerstag.

Für 2009 rechnet Global Refund damit, dass sich die Wirtschaftskrise spürbar auf das Shoppingverhalten der Nicht-EU-Touristen auswirken wird. Ein Indikator dafür seien auch erste Rückgänge im Weihnachtsgeschäft 2008, das um 4,7 Prozent schwächer gelaufen ist als im Jahr davor. Speziell die Ukrainer haben mit einem Minus von 28,2 Prozent aufhorchen lassen. Gfrerer sieht die Krise aber auch als Chance: "Steuerfrei einzukaufen bedeutet auch eine gute Möglichkeit, Geld zu sparen." Für die Händler biete Tax-Free-Shopping eine Möglichkeit, einen Preisnachlass anzubieten.

Wien an der Spitze

2008 sind die Einkaufsumsätze von Touristen, die Tax Free genutzt haben, noch um 4,8 Prozent von 211 auf 222 Mio. Euro gestiegen. Insgesamt wurden 30 bis 40 Mio. Euro an Mehrwertsteuer von Global Refund - in Österreich nach Eigenangaben mit einem Marktanteil von 75 Prozent Marktführer - rückerstattet. Die Zahl der Transaktionen hat sich - nicht zuletzt aufgrund weniger Tagestouristen in der Steiermark und Vorarlberg - von 700.000 auf 688.000 reduziert. Der durchschnittliche Einkaufsbetrag ist jedoch von 296 auf 322 Euro gestiegen.

"Geshoppt wurde im Luxusbereich, vor allem in Wien", analysierte Gfrerer die Daten. Ein Drittel des Gesamtumsatzes stammte von Touristen aus Russland und der Ukraine. In Wien wurde knapp die Hälfte des Umsatzes im Shopping-Tourismus mit Einkäufen über 1.000 Euro gemacht. Die durchschnittlichen Ausgaben pro Einkauf beliefen sich bei den Russen auf 494 Euro. Spitzenreiter war aber die Ukrainer: Hier lag der durchschnittliche Einkaufsbetrag bei 577 Euro pro Einkauf. Deutlich mehr eingekauft haben auch Touristen aus dem arabischen Raum.

Auch Thomas Bundschuh, Geschäftsführer Global Refund CEE, sieht die Zeiten der großen Wachstumsraten von 40 bis 50 Prozent pro Jahr vorbei. So sagt etwa das russische Tourism Board für 2009 ein Wachstum von 7 bis 10 Prozent der Reisetätigkeit voraus - ursprünglich war von einem Wachstum in Höhe von 23 Prozent die Rede gewesen. (APA)

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