Bures will höhere Strafen für Raser und Alkolenker

12. Februar 2009, 13:09
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Bei 0,5 bis 0,79 Promille soll die Mindeststrafe auf 300 Euro angehoben werden - Bei 1,2 bis 1,59 Promille auf 1.200 Euro - Führerschein soll für sechs statt wie bisher vier Monate weg sein

Wien- Verkehrsministerin Bures will die Strafen für Raser und Alkolenker deutlich anheben. Bures zog am Donnerstag in Wien Bilanz über die vergangenen dreieinhalb Jahre Vormerksystem in Österreich und kündigte eine Informationskampagne zur Bewusstseinsbildung bei Autofahrern an. Seit 1. Juli 2005 erhielten insgesamt 90.797 Lenker eine Vormerkung.

Vor allem will Bures im Fall von Rasern und Alkolenkern härter durchgreifen: Bei 0,5 bis 0,79 Promille soll die Mindeststrafe von 218 auf 300 Euro angehoben werden, bei 1,2 bis 1,59 Promille von 872 auf 1.200 Euro und bei mehr als 1,6 Promille von 1.162 auf 1.600 Euro. Überdies soll der Führerschein dann für sechs statt wie bisher vier Monate weg sein. Ab 30 km/h über der erlaubten Höchstgeschwindigkeit sollen Raser künftig mindestens 70 Euro zahlen müssen. Ab 40 km/h zu viel im Ortsgebiet bzw. 50 km/h Überland mindestens 150 Euro.

Alkohol am Steuer am häufigsten bestraft

Alkohol am Steuer war die häufigste Ursache für eine Vormerkung: 29.106 Pkw-Lenker wurden registriert. Auf Platz zwei folgt - mit 26.254 Vormerkungen - das Delikt der ungenügenden Kindersicherung. 10.203 Autos wurden wegen ihres technischen Zustandes registriert, 7.453 Personen missachteten den Sicherheitsabstand zum Vordermann. Wegen der Gefährdung von Fußgängern auf Zebrastreifen gab es 2.141 Vormerkungen.  4.155 Autofahrer wurden ein zweites Mal vorgemerkt, 408 ein drittes Mal.

Autofahrerclubs: Lob und Kritik

Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) begrüßt die Optimierung des Vormerksystems. Der ÖAMTC lobte Bures für die von ihr geforderten verstärkten Aufklärungsmaßnahmen. Der ARBÖ kritisierte das erklärte Ziel sei "klar verfehlt" worden, nämlich "Hochrisikolenker" bzw. "rücksichtslose Wiederholungstäter" aus dem Verkehr zu ziehen. Das Vormerksystem habe bei leichten Alkoholdelikten und technischen Mängeln sogar zu Straferleichterungen geführt. (APA)

 

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