Entschuldigung von Feldkircher Bischof

12. Februar 2009, 12:47
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HOSI forderte Entschuldigung - Bischof Elmar Fischer ging "von einem offenkundig nicht mehr letztaktuellen wissenschaftlichen Stand der Literatur aus"

Bregenz- Der Forderung, sich zu entschuldigen, kam nun der Feldkircher Bischof Elmar Fischer nach. Die HOSI Wien forderte diese Entschuldigung von Fischer, der Homosexualität als psychische Krankheit bezeichnet hat. "Diese Äußerungen sind in der Tat ein Skandal und entbehren jeglicher wissenschaftlicher Grundlage", so HOSI-Wien-Obmann Christian Högl in einer Aussendung am Donnerstag. Viele Lesben, Schwule und auch solidarische Heterosexuelle würden die Worte Fischers als äußerst beleidigend empfinden und sie nicht unwidersprochen hinnehmen wollen. Aber auch Positives hat er in der Diskussion zu vermelden: "Sehr gefreut haben wir uns über die prompte Stellungnahme des Österreichischen Bundesverbands für Psychotherapie (ÖBVP), in der klar und unmissverständlich festgehalten wird, dass es sich bei Homosexualität um keine Krankheit handelt und sie per se nicht therapierbar ist." Der ÖBVP hatte zuvor in einer Aussendung klargestellt, dass Homosexualität nach heutiger Auffassung eine normale Variante der sexuellen Orientierung sei. "Homosexualität als 'krank', 'krankhaft' oder sogar als 'pervers' zu bezeichnen und daraus die Möglichkeit der 'Umpolung' abzuleiten, wäre diskriminierend und ist daher in der Psychotherapie entschieden abzulehnen."

Zurückgenommen

Der Feldkircher Bischof Elmar Fischer hat sich am Donnerstag für seine Aussagen zum Thema Homosexualität entschuldigt und sie indirekt zurückgenommen. "Ich ging von einem offenkundig nicht mehr letztaktuellen wissenschaftlichen Stand der Literatur aus", ließ Fischer in einer Aussendung mitteilen. Er habe mit seinen Worten lediglich ausdrücken wollen, "dass man Bischof Wagner nicht nur verurteilen, sondern auch seine pastoralen Fähigkeiten sehen sollte", so der Bischof.

Fischer hatte am Mittwoch für große Aufregung in Kirchenkreisen und Schlagzeilen in den Medien gesorgt, als er in einem Rundfunk-Interview den neuen Linzer Weihbischof Gerhard Maria Wagner in seiner Haltung zur Homosexualität unterstützt hatte. Wie Wagner bezeichnete Fischer Homosexualität als heilbar und verglich sie mit "psychischen Erkrankungen" wie Alkoholismus. In seiner Einschätzung berief sich Fischer dabei auch auf Literatur, "die das sagt".

Recht auf sexuelle Autonomie

Auch das Europäische Trainings- und Forschungszentrum für Menschenrechte und Demokratie (ETC) hat sich über die Aussagen Wagners und Fischers "bestürzt" gezeigt. Die Bezeichnung "heilbare Krankheit" widerspreche dem Recht auf sexuelle Autonomie, hieß es in einer Aussendung. Wolfgang Benedek, Leiter des Zentrums, wies darauf hin, dass es nach einem jüngst erschienenen Bericht der Grundrechteagentur der EU gegen Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Orientierung in Österreich unzureichende Vorkehrungen gebe. Das ETC fordert daher, dass in Österreich auf allen Ebenen Maßnahmen zum Schutz von homosexuellen Menschen gegen Diskriminierungen aufgrund solcher Aussagen getroffen werden.

"Es lag mir fern, mit meinen Aussagen Menschen zu verletzen", entschuldigte sich nun der Bischof. In seinem Amt als Diözesanbischof sei es ihm ein Anliegen, jungen Menschen auf dem Weg in ein erfülltes, segensreiches Beziehungsleben Wegbegleiter zu sein. "Die Beziehungsfähigkeit in der heutigen Gesellschaft ist von großer Bedeutung. Dazu braucht es bleibende Werte, die im Glauben erfüllt werden. Aus diesem Grund möchte ich mich in aller Form für die gestrigen Aussagen entschuldigen", sagte Fischer. (APA)

 

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    "Es lag mir fern, mit meinen Aussagen Menschen zu verletzen", entschuldigte sich nun der Feldkircher Bischof Elmar Fischer.

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