Undichte Fenster gnadenlos beseitigen

19. März 2009, 11:38
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In einer Studenten-WG im dritten Bezirk hängt der Haussegen schief, weil die Fenster undicht sind

"Du heizt uns die ganze Energie raus", meint Petra. In der WG herrscht schlechte Stimmung. Vor einigen Tagen ist eine Nachzahlung für Energiekosten ins Haus geflattert. 300 Euro müssen die drei Studenten nachzahlen, die sich eine 90 Quadratmeter Wohnung im dritten Bezirk teilen. Das Problem: Es zieht.

Altbau, große Fenster: Auf den ersten Blick war es so schön. Zwei der drei Zimmer haben neue Plastikfenster. In Simons Zimmer sind noch die alten, großen Holzrahmenfenster. Bislang mussten sie pro Kopf 30 Euro für Gas und Strom zahlen. Gerhard Dell, Geschäftsführer des oberösterreichischen Energeisparverbandes gibt Energiespar-Tipps rund um das Fenster, damit es mit dem WG-Frieden wieder passt.

Zugige Stellen finden

Eine gute Wärmedämmung und Versiegelung der Fenster beeinflusst das Wohlbefinden in der Wohnung. "Bei schlechter Dämmung braucht man 23 Grad zum Wohlfühlen, bei einem Niedrigenergiehaus sind nur 21 Grad nötig", informiert Dell. Mit guter Dämmung kann man also rund 10 Prozent Energie zusätzlich aufgrund der niedrigeren Raumtemperatur sparen.

Besonders schlecht abgedichtete Fenster kosten Energie. Der Experte empfiehlt, schon bei der Wohnungsbesichtigung darauf zu achten. Große Holzfenster schauen im Sommer vielleicht gut aus, im Winter können sie zur Qual werden, wenn sie undicht sind. "Um zu überprüfen, ob die Fensterfugen dicht sind, kann man ein Blatt Papier zwischen Fenster und Rahmen klemmen. Lässt sich das Papier leicht herausziehen, ist die Dichtung ungenügend", sagt Dell. Ein dichter Rahmen lässt sich mit einer brennenden Kerze aufspüren. Im Winter ist die Überprüfung einfacher.

Mit der Pistole gegen die Zugluft

Bei Simons Fenster ist der Rahmen undicht. Er hat zwei Möglichkeiten: Entweder er klebt den Rahmen mit einem Dichtungsband ab, das in relativ kurzer Zeit wieder erneuert werden muss. Oder er bringt selbst ein Dichtungsprofil am Fensterrahmen an. Am Samstag pilgern Simon und seine WG-Kolleginnen zu einem Baumarkt, um sich eine Silikonpistole zu besorgen. Wichtig ist es darauf zu achten, dass sie einen Schimmelschutz enthält.

Vor dem Abdichten gehen die drei mit einem Glasreiniger über das Holz - die abzudichtende Stelle muss fettfrei sein. Rund um die Kanten schmieren sie eine zigarettendicke Wurst, danach kleben  sie Frischhaltefolie darüber. Nach zwei Tagen öffnen sie die Fenster und können die Folie problemlos abziehen. "Scheint dicht zu sein, das hab ich schon in den vergangenen Tagen bemerkt", meint Simon nach mehrmaligem Öffnen und Schließen. Eine Pistole hat in einer WG im dritten Bezirk den Frieden wieder hergestellt. (jus, derStandard.at, März 2009)

  • Viel Licht, aber auch viel Zugluft kommt in Simons Zimmer
    foto: privat

    Viel Licht, aber auch viel Zugluft kommt in Simons Zimmer

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