Islam-Lehrer

Schmied erteilt erstes Unterrichtsverbot

12. Februar 2009 12:46
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    screenshot: apa

    Der Lehrer soll seine Schüler aufgefordert haben, bei den auf der Liste festgehaltenen internationalen Unternehmen nicht einzukaufen, da diese 'jüdisch' seien. (Im Bild ein Screenshot der Liste aus dem Internet)

Lehrer forderte Schüler auf, bei Unternehmen nicht einzukaufen, weil diese "jüdisch" seien - "Gefahr im Verzug" ermöglicht Entzug der Unterrichtserlaubnis

Wien - Kurz nach Veröffentlichung der umstrittenen Studie über das Demokratieverständnis von islamischen Religionslehrer gibt es nun erste Konsequenzen für einen Pädagogen. Unterrichtsministerin Claudia Schmied (hat am Donnerstag den Wiener Stadtschulrat aufgefordert, wegen "Gefahr im Verzug" ein Unterrichtsverbot gegen jenen Islam-Lehrer auszusprechen, der Mitte Jänner an der Kooperativen Mittelschule (KMS) Brüßlgasse in Wien-Ottakring antisemitische Flugblätter an seine Schüler verteilt haben soll.

Unterrichtsministerin zieht Konsequenzen

Schmieds Begründung: Der Lehrer soll seine Schüler aufgefordert haben, bei den auf der Liste festgehaltenen internationalen Unternehmen nicht einzukaufen, da diese "jüdisch" seien. Diese Aufforderung widerspreche den Wertvorstellungen, die für alle österreichischen Schulen - auch den Religionsunterricht - laut Bundesverfassung festgeschrieben sind.

Prinzipiell können Religionslehrer in Österreich nur von der jeweiligen Glaubensgemeinschaft für den Religionsunterricht nominiert und wieder abberufen werden. Im Religionsgesetz sei allerdings, so Schmieds Argumentation, auch festgeschrieben, dass Religionslehrer in der Ausübung ihrer Lehrtätigkeit den allgemeinen staatlichen schulrechtlichen Vorschriften unterliegen. Da der Verbleib des Pädagogen in der Schule laut Schmied "schwere Schädigungen der Interessen der Schule und der Schüler" mit sich brächte, könne ihm gemäß § 3 Abs. 3 des Religionsunterrichtsgesetzes die Unterrichtserlaubnis entzogen werden.

Verhetzung?

Unterrichtsministerin Claudia Schmied hat den Stadtschulrat außerdem ersucht, eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft zu schicken. Diese soll überprüfen, ob der antisemitischer Ausritte beschuldigte Islam-Lehrer "den möglichen Tatbestand der Verhetzung" erfüllt, heißt es in einer Aussendung vom Donnerstag. Von der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGiÖ) verlangt Schmied, dem Lehrer "endgültig" die Unterrichtserlaubnis zu entziehen. "Dieser Schritt kann nur durch die Glaubensgemeinschaft erfolgen", so Schmied. Die IGGiÖ hatte den Lehrer nur verwarnt und ein Disziplinarverfahren eingeleitet.

"Dieser Lehrer ist ganz eindeutig für den Unterricht nicht tragbar. Alleine die Aufforderung 'Kauft nicht bei Juden!' kann nicht toleriert werden", sagte Schmied im ORF-"Mittagsjournal". Die Ministerin sieht den Vorfall als Bestätigung dafür, "wie wichtig das 5-Punkte-Programm für den islamischen Religionsunterricht ist". In dem vor kurzem mit IGGiÖ-Präsident Anas Shakfeh vereinbarten Paket "habe ich mit Präsident Schakfeh vereinbart, dass die Glaubensgemeinschaft allen Religionslehrer, die in ihrem Unterricht Demokratie, Verfassung und Menschenrechte missachten, die Unterrichtserlaubnis entzieht", so Schmied. "Der Religionsunterricht hat dort Grenzen, wo Verfassung, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit beginnen."

Seitens des Wiener Stadtschulrats wird die "Rechtsauslegung" des Unterrichtsministeriums "begrüßt". Dadurch werde es nun möglich, ein sofortiges Unterrichtsverbot gegen den Lehrer durch den Stadtschulrat auszusprechen. "Das Verhalten des Lehrers ist skandalös, daher ist das Unterrichtsverbot die moralisch und - wie jetzt durch das Ministerium geklärt - auch juristisch richtige Antwort", erklärte Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl. Sie sieht in der Maßnahme nun "eine endgültige und klare Antwort auf die Frage der rechtlichen Möglichkeiten des Staates gegenüber allen konfessionellen Lehrern".(APA)

Kommentar posten
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kapitän nemo
Thomas Herzig
15.02.2009 15:16
liebe leser ! bildet euch doch bitte eure EIGENE meinung !

leider werden meine postings ,in welchen der link zur betreffenden boykotwebsite angeführt wird, von der standard zens*r unterdrückt

aber ihr braucht bloß googeln.

"israil" und "boykot"
ich bin neugierig auf euer urteil

Freund der Manager
 
18.02.2009 12:27
"eigene Meinung bilden" und reflektieren ???

dies passiert in bei den pseudy intellektuellen Standardpostern doch nur, wenn Tierschützer - Terroristen verteidigt werden müssen oder attac Radikale ...

Bei anderen Themen wie hier oder beim "Manager Bashing" benötigt es doch diese liberalen Grundsätze einer Diskussionkultur nicht ...^^

Lukas Schreiber
15.02.2009 11:39
Boykottaufruf

Ein derartiger Boykottaufruf (wahrscheinlich der selbe) wurde vor einigen Monatenn in der Heute-Zeitung aubgedruckt.

belgma
 
14.02.2009 20:22

also ich hab mir jetzt mal die seite angesehen, von der der screenshot stammt. leider ist sie auf türkisch (sieht für mich zumindest so aus) und ich versteh nicht, worums da eigentlich geht. aber das eine banner kenn ich, das aussagt, ich boykottiere israel, aber nicht die juden.

drum versteh ich die auflistung der firmen leider überhaupt nicht ... mcdonald's? coca-cola? lidl? ... sind israelische firmen?????

wird da womöglich antisemitismus betrieben unter dem deckmäntelchen der kritik an israel?

jedenfalls wäre es für die kids ein leichtes, sich diese liste aus dem netz zu laden ... ich hab grad mal 3 minuten gebraucht, um die seite zu finden, und ich nehm an, die kids sind da schneller als ich.

kapitän nemo
Thomas Herzig
15.02.2009 18:20

mit der automatischen übersetzung in google geht es so halbwegs
es wird zb erklärt dass starbucks an die israelische armee seit 2003 gratis kaffee liefert

bei den anderen weiss ich es nicht ..

möglich dass die liste vielfach die falschen trifft.

bzw kann man auch der meinung sein, dass so ein boykot gegen solche firmen und/oder gegen israel überhaupt nicht gerechtfertigt ist.
haben sie auch die bilder mit den verstümmelten leichen aus gaza angesehen?
auf jeden fall ist dies für mich kein ausreichendes indiz einem lehrer antisemitische agitation zu unterstellen

belgma
 
16.02.2009 09:45
auf jeden fall ist dies für mich kein ausreichendes indiz einem lehrer antisemitische agitation zu unterstellen

seh ich genau so ....

wenn ich daran denke, dass in zeiten der apartheid ja auch produkte aus südafrika boykottiert wurden .. und da war es "political correct"

aber wenn es gegen israel geht, dann ist man sofort antisemitist.

andererseits haben solche aufrufe zum boykott in einer schule natürlich nichts verloren.

ich bin der meinung, die sache gehört ordentlich aufgeklärt und man sollte - nur weil es grad ein thema ist nach der studie - nicht gleich mit kanonenkugeln auf vermeintliche greifvögel schießen, die sich dann womöglich als spatzen herausstellen.

Gerhard Schwarz
 
14.02.2009 14:53
Seit EINEM Jahr gibt es den Kosovo als Staat-

der ORF-Berichterstattung entnahm ich, daß der Kosovo eine säkulare, laizistische Verfassung habe und Religionspropaganda und Religionsunterricht an Schulen ausgeschlossen ist.
Wenn das stimmt, sollten wir uns das als Vorbild nehmen.

kapitän nemo
Thomas Herzig
14.02.2009 11:40
wenn man das interview mit dem lehrer liest, kommt der verdacht auf ,dass hier vorschnell gehandelt wurde

1;der lehrer sagt dass die schüler selbst diese liste aus dem internet im EDV-raum ausgedruckt hätten, und dass nicht er sie dazu veranlasst hätte.

2; er hat ,anders als vielfach behauptet, kein "schuldgständnis" unterschrieben, sondern bloß eine weisung des bezirkchulinspektors dass politische agitaton an der schule untersagt sei

3; auch der standard kann kein flugblatt vorweisen, sondern bloß den auszug aus einer internetseite.
soweit erkennbar steht darauf nichts im sinne von "kauft nicht bei juden" sondern es ist bloß von israel die rede.
man mag natürlich infrage stellen inwieweit ein boykott dieser unternehmen gerechtfertigt sei, aber antisemitisch ist das noch nicht

imanitram
 
14.02.2009 14:48

Das Netzwerk zur Schuldumkehr funktioniert doch schon wie geschmiert - am Ende sind die Schüler Täter, der arme Lehrer ist Opfer einer Kampagne, an der dann - das kommt sicher auch noch - der wachsame Schuldirektor beteiligt ist und Herr Schakfeh und herr Al-rawi werden zu Verteidigern des Unschuldigen und somit Bollwerke der Demokratie. Und das Sprengstoff-Selbstmordattentate verherrlichende islamische Schulbuch ist in Wirklichkeit eine Unfallverhütungsbroschüre, in der vor achtlosem Umgang mit Silvesterböllern gewarnt wird. So werkt das Netzwerk, wetten?

Cyrus XII
 
13.02.2009 17:02

ach, so sieht also die liste aus ...

ich denke der lehrer ist eher ein opfer von konkorrenzkampf der großfirmen ....

momodeluxe
13.02.2009 13:08
Der Religionsunterricht hat dort Grenzen

wo auch Verfassung, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ihre Grenzen haben!

Robert T
13.02.2009 11:30
Brandsteidl hätte längst handeln müssen

das "wie jetzt durch das Ministerium geklärt" ist Unsinn. Diese Auslegung gibt es seit 1952 (!), wie aus dem Standartwerk zum österreichischen Schulrecht, Jonak-Kövesi, "Das österreichische Schulrecht" in einer Fußnote zu § 3 Abs. 3 Religionsunterrichtsgesetz schon seit Jahrzehnten nachzulesen ist.

fibiundchillie
13.02.2009 13:37

bei haarigen Sachen möcht sich der Beamte vorher rückversichern.
Diese Auslegung seiner Dienstpflicht gibts afaik schon länger als 1952.
:))))

Timagoras
 
13.02.2009 11:26


dieser lehrer bewies doch nur seinen willen zur integration in Österreich ...

fibiundchillie
13.02.2009 12:31

Lieber, das ist nicht lustig.

Der Specht
13.02.2009 17:17

Warum nicht?

Mark Syl
13.02.2009 11:16
hm

wieso gibt's in diesem land nicht eine wirkliche diskussionskultur? siehe z.b. den letzten wischi waschi club 2, der an nettigkeit nicht zu überbieten war oder die kreuz und quer diskussion, wo man einen wahnsinnigen philosophen einlud, der das alter der erde leugnet. ein wirklich atheistischer ansatz findet hier niemals statt. jede vermeintlich kritische diskussionsrunde endet damit, dass jeder a bisserl recht hat. auch die gefährliche, weil angeblich sehr kritische kreuz und quer doku war wieder ein signal: jeder hat irgendwie recht. fakten und knallharte faktenorientierte diskussionskultur hat hierzulande keine chance. auch in dieser frage, wo völlig klar sein muss, dass es eben genauso ist, man brauchte nicht überrascht sein.

Binnen-I-Verweigerer
13.02.2009 13:29
Meines Wissens nach ....

gibt es ohnedies atheistische Vereine, wo sie ihre
Bedürfnisse an Religionskritik ausleben können.

Papiertiger
13.02.2009 12:22
was ist an konsens statt eskalation so schlimm?

alle seiten sind glücklich anstatt sich die schädl einzuschlagen.

wenn sie aktion wollen, gehen sie ins kino!

a grünes stricherl
 
13.02.2009 17:15
rauskommen tut halt nix dabei

da kann man sich die diskussionen auch gleich sparen
und ringelpiez mit anfassen spielen ...

the troll without a name
13.02.2009 14:32

ich glaube es geht nicht um konsens an sich sondern darum, dass im staatsfunk einseitige auswahl von diskussionsteilnehmern betrieben wird.

monella laputa
13.02.2009 09:42
es sollte einfach

viel mehr öffentliches Licht in die sogenannten "Religionsgemeinschaften" (egal welcher Religion), die in Österreich unter dem Deckmantel "freie Religionsausübung" kursieren, eindringen. Den was dort überall so "brodelt" ist sicher sehr ernüchternd bis erschreckend.

Papiertiger
13.02.2009 12:23
was meinen sie mit öffentliches licht?

sollen alle reli-gemeinschafen ausspioniert werden?
sollten alle reli-gemeinschaften überwacht werden?

Der Unkurze
13.02.2009 13:25

überwacht bzw überprüft ja

fibiundchillie
13.02.2009 08:36

jetzt hab ich mir diese Firmenliste genauer angeschaut.
LOL
also, marks&spencer zB gibts in den VAE eine Filiale neben der anderen.
nur zB, ich bin ja ka shopping-guide.

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