281 stimmten für Bischöfinnen

12. Februar 2009, 11:47
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Bei Generalsynode stimmten 281 Delegierte für eine entsprechende Vorlage und 114 dagegen - Die Einführung von Bischöfinnen ist kirchenintern heftig umstritten

London - Der Weg in Richtung Bischofsamt für Frauen wird von der anglikanischen Church of England fortgesetzt. Bei ihrer Generalsynode in London stimmten 281 Delegierte für eine entsprechende Vorlage, 114 dagegen. 13 enthielten sich der Stimme, wie Kahtpress am Donnerstag vermeldete. Damit geht die Vorlage zurück in einen voraussichtlich mehrjährigen Überarbeitungsprozess. Am Ende muss jeweils eine Zwei-Drittel-Mehrheit aller drei Häuser der Synode - Bischöfe, Kleriker und Laien - dem abschließenden Entwurf zustimmen. BeobachterInnen halten dies allerdings angesichts der derzeitigen Mehrheitsverhältnisse für unwahrscheinlich.

Umstritten

Die Einführung von Bischöfinnen ist innerhalb der anglikanischen Weltgemeinschaft, in der Kirche von England und auch im ökumenischen Dialog mit anderen christlichen Kirchen umstritten. Neben dem Umgang mit Homosexuellen führte die Frage die anglikanische Gemeinschaft zuletzt an den Rand der Kirchenspaltung.

Die nun verabschiedete Vorlage sieht umfangreiche Ausweichmechanismen für konservative Anglikaner vor, die nicht unter der Leitung einer Bischöfin sein wollen. Solche möglichen kirchlichen Parallelstrukturen führten nach Angaben von BeobachterInnen der Abstimmung dazu, dass nicht nur der evangelikale und der anglokatholische, sondern auch Vertreter des liberalen Flügels das Konzept ablehnten. Sie befürchteten, dass das komplizierte Konzept sogenannter "fliegender Bischöfe" für Konservative in der Praxis nicht bestehen könne. Der Bischof von Norwich, Graham James, warnte, eine solche Gesetzgebung werde das Episkopat soweit spalten, dass er diesen Namen nicht mehr verdiene. (APA)

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