Westafrika kämpft gegen Kinderlähmung

12. Februar 2009, 11:42
19 Postings

Impfung von 20 Millionen Kindern soll Virus eindämmen

New York - 20 Millionen Kinder in Westafrika sollen in den nächsten Jahren gegen Kinderlähmung geimpft werden. Hunderttausende Freiwillige wurden in acht Ländern mobilisiert, um bei der Verabreichung des Schluckimpfstoffes zu helfen. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) arbeitet für dieses Großprojekt zur Ausrottung der Kinderlähmung mit verschiedenen Gesundheitsministerien zusammen und will damit Afrika von diesem hoch ansteckenden und nicht heilbaren Virus befreien. Das Virus verbreitet sich vor allem in dicht besiedelten Regionen mit schlechten sanitären Verhältnissen sehr rasch.

Rückschlag durch Gerüchte um Impfstoff

In den vergangenen Jahren wurden bereits große Anstrengungen zur Bekämpfung der Kinderlähmung unternommen. Das Lähmungen hervorrufende Virus konnte in Westafrika jedoch nicht ausgerottet werden, da einige religiöse Führer in Nigeria diesen Anstrengungen mit Misstrauen begegneten. Der Kampf gegen die Kinderlähmung erlebte 2003 einen bedeutenden Rückschlag. Das Impfprogramm im Norden Nigerias musste gestoppt werden, nachdem sich Gerüchte verbreitet hatten, dass der Impfstoff Aids verursache und Teil einer westlichen Verschwörung zur Sterilisierung moslemischer Mädchen sei.

Wieder mehr Fälle

In der Folge breitete sich das Virus erneut aus. 23 Länder, die zuvor bereits als frei von Kinderlähmung deklariert worden waren, verloren diesen Status. Ghana hatte in den letzten fünf Jahren keine neuen Fälle von Kinderlähmung gemeldet. Vor wenigen Monaten wurden acht Fälle von Kinderlähmung identifiziert. Alle der zwischen ein und vier Jahre alten Kinder waren gelähmt. Die groß angelegte Initiative zur Ausrottung dieser Krankheit ist nicht billig. Allein in Ghana werden laut BBC in den nächsten drei Jahren 2,5 Mio. Dollar ausgegeben. (pte)

Share if you care.