Infineon will weitere 4.800 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken

12. Februar 2009, 09:36
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Nachfrage aus Auto- und Handyindustrie drastisch gesunken - "offen für Fusionen oder Investoren"

Der angeschlagene Chipkonzern Infineon will weitere 4.800 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Wie eine Sprecherin am Mittwoch auf Anfrage sagte, sollen nach Dresden und Regensburg nun auch die Standorte Warstein und München betroffen sein. In Warstein liefen die Verhandlungen mit dem Betriebsrat. Dort sei geplant, vom 1. März an alle 800 Mitarbeiter bis zu sechs Monate in Kurzarbeit zu schicken. In München sollen 4.000 von 4.200 Beschäftigten betroffen sein. Die Verhandlungen hierüber sollten umgehend beginnen. Der Start der Kurzarbeit sei spätestens am 1. April geplant. Damit wäre ein Großteil der rund 9.900 Mitarbeiter in Deutschland in Kurzarbeit.

Betroffen

An den Standorten Regensburg und Dresden wird bereits seit Anfang Jänner beziehungsweise Februar weniger gearbeitet. In Sachsen sind 1.800 Mitarbeiter betroffen, in der Oberpfalz 2.200. Grund ist die wegen der Wirtschaftskrise drastisch gesunkene Nachfrage unter anderem aus der Automobil- und Handyindustrie. Hinzu kommt die desolate Lage bei der insolventen Speicherchiptochter Qimonda. Im vergangenen Geschäftsjahr war ein Verlust von rund 3,1 Milliarden Euro angefallen. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres lag das Minus bei gut 400 Millionen Euro.

Kosten senken

Infineon versucht daher fieberhaft, die Kosten zu senken. Der Abbau von 3.000 der ehemals 30.000 Stellen im Konzern läuft bereits. Weitere Streichungen hatte Konzernchef Peter Bauer zuletzt nicht ausgeschlossen. Außerdem war das Unternehmen nach Abschluss der Tarifverhandlungen mit der IG Metall Mitte November aus dem Arbeitgeberverband ausgetreten, weil es die vereinbarten Lohnerhöhungen nicht mittragen wollte.

Bei Infineon Österreich werde derzeit Kurzarbeit vorbereitet, genaue Zahlen dazu gebe es noch nicht, hieß es zuletzt am Sitz der österreichischen Infineon-Tochter in Villach.

Fusionen

Unterdessen betonte Konzernchef Peter Bauer, man sei "offen für Fusionen oder Investoren". "Wir können alleine bestehen", sagte Bauer der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag). "Aber wir werden, falls es sich anbietet, einen Zusammenschluss prüfen. Wenn wir unsere Marktposition verbessern können, ist das doch allemal positiv." Auch der Einstieg eines Finanzinvestors wäre generell möglich, kündigte Bauer vor der Hauptversammlung an diesem Donnerstag an. Nach der Ausweitung der Kurzarbeit an mehreren Standorten des Konzerns soll nun auch in der Chefetage gespart werden. Wegen der heftigen Krise spreche das Unternehmen mit Führungskräften über unbezahlten Sonderurlaub von zwei oder drei Tagen pro Monat, sagte Bauer. Zudem kündigte der Konzernchef einen Gehaltsverzicht des Vorstands an. Bauer werde im laufenden Geschäftsjahr auf 20 Prozent, die drei weiteren Vorstände auf zehn Prozent ihres Gehalts verzichten. (APA/dpa)

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