China in Milliardendeal mit Rio Tinto

12. Februar 2009, 17:48
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Der australische Bergbaukonzern stimmte dem Verkauf von Anteilen und Wandelanleihen in Höhe von 19,5 Milliarden Dollar zu

Chinas staatlicher Aluminiumproduzent Chinalco (China Aluminum Corp.) will 19,5 Milliarden US-Dollar (15 Mrd. Euro) in den australischen Bergbaukonzern Rio Tinto investieren.
Im Zug der größten Auslandsinvestition in Chinas Industriegeschichte verdoppelt Chinalco damit seinen Anteil an Rio Tinto von neun auf 18 Prozent und sichert sich umfangreiche Rohstoffreserven. Im Detail sollen bei dem Deal um 12,3 Mrd. Dollar Anteile von bis zu 50 Prozent an neun Rio Tinto-Minen erworben und um 7,2 Mrd. Dollar Wandelanleihen übernommen werden.
Die australische Regierung könnte dem chinesischen Einstieg aber noch einen Strich durch die Rechnung machen. Sie hatte im Februar 2008 kurz nach Übernahme der ersten neun Prozent durch Chinalco eine Beteiligung an Rio Tinto auf maximal 15 Prozent begrenzt. Damit sollte verhindert werden, dass ausländische Staatsfirmen Einfluss auf strategische Entscheidungen australischer Firmen nehmen können.

Rettung vor Schuldenberg

Für Rio Tinto kommt Chinalco als Retter vor einem Schuldenberg von fast 40 Mrd. Dollar. Rio Tinto hatte sich beim Kauf eines kanadischen Aluminiumherstellers übernommen und wurde vom Verfall der Rohstoffpreise und dem weltweiten Nachfrageeinbruch hart getroffen.
Chinalcos Investition erfolgt in einer Zeit, in der die Stahlbranche weltweit unter sinkender Nachfrage leidet. Chinalco-Vorstandschef Xiao Yaqing äußerte sich dennoch zuversichtlich über die Langzeit-Aussichten. Er erwartet eine Wende im kommenden Jahr, wenn Pekings gigantische Infrastrukturprogramme zur Wirtschaftsbelebung greifen.

Chinas Konzerne nutzen die Gunst der billigen Stunde und den Verfall der Rohstoffpreise, um verstärkt Anteile und damit Mitspracherechte an Unternehmen zu erwerben. Chinesische Politiker wie Präsident Hu Jintao sind derzeit im Nahen Osten und in Afrika oder wie Vizepräsident Xi Jingping in Lateinamerika unterwegs, um China neue Absatzmärkte und den Zugang zu strategischen Rohstoffen zu erschließen. (Johnny Erling aus Peking, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.2.2009)

 

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