Norwegen blamiert Deutschland

11. Februar 2009, 23:07
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Das Team von Trainer Löw verlor vor eigenem Publikum 0:1 gegen Norwegen - Spanien setzt imposante Serie gegen England fort - Niederlande 1:1 in Tunesien

Düsseldorf/Sevilla - Mit der ersten Niederlage gegen Norwegen seit 1936 hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft einen Fehlstart ins neue Länderspieljahr hingelegt. Beim 0:1 gegen die zuletzt wenig überzeugenden Skandinavier gelang es dem Vize-Europameister am Mittwoch nicht, Schwung für die anstehenden Aufgaben in der WM-Qualifikation mitzunehmen. Christian Grindheim (63.) besiegelte vor 45.000 Zuschauer in Düsseldorf die Pleite für die enttäuschend schwache Elf von Bundestrainer Joachim Löw.

Bei der vom österreichischen Referee Stefan Messner geleiteten Vorstellung ohne Schwung und Engagement gegen spielerisch limitierte Norweger machten die Fans ihrem Unmut bereits nach einer halben Stunde Luft. Erst in der 58. Minute wurde Norwegens Keeper Rune Jarstein von einem 16 Meter-Schuss von Gomez zum ersten Mal wirklich geprüft.

"Nicht unverdient verloren"

"Wir haben keine gute Leistung gebracht. Wir müssen viel schneller spielen. Wir waren zu langsam und zu behäbig im Spielaufbau", meinte Kapitän Michael Ballack, der sein 90. Länderspiel bestritt. Auch Löw musste nach Schlusspfiff zugeben: "Ich denke, dass wir nicht unverdient verloren haben."

Die Pleite war deshalb blamabel, da Norwegens Nationalteam tief in der Krise steckt. Im vergangenen Jahr gelang kein einziger Sieg, der letzte Erfolg datierte vom 21. November 2007, als in der EM-Qualifikation Malta mit 4:1 bezwungen wurde.

Souveräne Iberer

Europameister Spanien setzte auch gegen England seine beeindruckende Serie von nun 29 Länderspielen in Serie ohne Niederlage fort. EURO-Torschützenkönig David Villa (36.) und Fernando Llorente (82.) trafen im Estadio Ramon Sanchez Pizjuan von Sevilla für die souveränen Iberer. England präsentierte sich vor fremder Kulisse ein weiteres Mal ohne den nötigen Biss.

Zumindest ein persönliches Erfolgserlebnis verbuchte der nach der Pause eingewechselte David Beckham. Englands Medienstar egalisierte mit seinem 108. Teameinsatz für die "Three Lions" die für Feldspieler von Bobby Moore gehaltene Rekordmarke. Auf Torhüter Peter Shilton (125) fehlen dem 33-Jährigen aber noch einige Partien.

Das als "Risikospiel" eingestufte Match startete mit Pfiffen gegen die englische Hymne. Dabei war die Partie auf Wunsch des englischen Verbandes nach Sevilla verlegt worden, nachdem es im November 2004 in Madrid zu rassistischen Auswüchsen gegen dunkelhäutige englische Kicker gekommen war.

Villa, der gemeinsam mit Fernando Torres den spanischen Traumsturm bildete, brachte die Mannschaft von Vicente del Bosque in Führung. Der für Torres eingewechselte Llorente legte in der Schlussphase nach.

Oranjes nur Unentschieden

Die Niederländer musste sich gegen Tunesien mit einem 1:1 begnügen. Klaas Jan Huntelaar brachte die "Oranjes" in Rades zwar in Front, Jamel Saihi gelang aber fünf Minuten später der Ausgleich für die Hausherren. Die Türkei kam gegen die Elfenbeinküste ebenfalls nicht über ein 1:1 hinaus, da Torjäger Didier Drogba (92.) die türkische Führung durch Gökhan Ünal (11.) praktisch mit Schlusspfiff egalisieren konnte.

WM-Gastgeber Südafrika wies in Polokwane noch keine WM-Reife nach und unterlag Chile nach Toren von Jorge Valdivia (45.) und Alexis Sanchez (66.) 0:2 (APA/dpa)

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    Gomez verzweifel an Norwegen.

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