Vamed lässt Konjunktur kalt

11. Februar 2009, 19:21
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"Thermensparte profitiert von Zustrom an Tagesgästen"

Wien - Trotz Wirtschaftskrise und vieler neuer Warmwassertempel, die in und rund um Österreich aufgesperrt wurden, macht sich der heimische Marktführer bei Thermen, Vamed Vitality World, keine Auslastungssorgen. "Fernreisen verlieren zugunsten von Kurzurlauben, das hat sich beim letzten größeren Einbruch 2001/02 gezeigt", sagte der Geschäftsführer der Vamed Vitality World, Clemens Westreicher. "Tagesausflüge gewinnen zunehmend an Bedeutung, das kommt sicher auch uns zugute."

Auf das Thermenthema hat die mit der Errichtung des Wiener AKH bekanntgewordene Vamed Mitte der 1990er-Jahre zu setzen begonnen. Die Therme Geinberg in Oberösterreich, die 1998 eröffnet wurde, war das erste einschlägige Projekt, an dem sich die Vamed beteiligt hat. Fünf weitere sind inzwischen dazugekommen: in Tirol der Aqua Dome in Längenfeld, in Niederösterreich die Therme Laa an der Thaya, das Dungl Medical-Vital Resort in Gars am Kamp und das Gesundheitszentrum Bad Sauerbrunn. Die Therme Wien-Oberlaa wird derzeit bei laufendem Betrieb um- und ausgebaut.

2008 wurden in den sechs Standorten der Vamed Vitality World 1,74 Millionen Tagesgäste gezählt - ein Plus von gut drei Prozent gegenüber 2007. Daraus errechnet sich ein Marktanteil von rund 24 Prozent. Dazu kamen noch rund 160.000 Gäste (plus 2,6 Prozent), die in den angeschlossenen Hotels genächtigt haben. Der erstmals ausgewiesene Gesamtumsatz lag bei 75,7 Mio. Euro; das entspricht nach Unternehmensangaben einem Plus von 1,14 Prozent.

"Dieses Ergebnis wollen wir heuer toppen", sagte Westreicher, ohne ein exaktes Umsatzziel zu nennen. Für kommenden Dezember ist die Eröffnung der St. Martins Therme & Lodge im burgenländischen Seewinkel geplant, ein Jahr später - 2010 - die Tauerntherme in Kaprun (Salzburg). "Dann ist in Österreich Schluss mit Projekten auf der grünen Wiese, zumindest was uns betrifft", sagte Westreicher.

Zusätzliches Wachstum möchte man durch Übernahme bestehender Thermen bzw. Managementverträge generieren. Auch außerhalb Österreichs will die Vamed Vitality World aktiv werden. Westreicher: "Jede Woche werden acht bis zehn Projekte an uns herangetragen, von Asien bis Amerika. "Wir schauen uns das genau an".

Mit einem Kundenbindungsprogramm will man die Gäste bei Laune halten und die Vorteile eines Gruppenverbunds ausspielen. Durch Bündelung des Einkaufs über die sechs und später acht Standorte hinweg sollen Kostenvorteile lukriert werden. Vor allem bei Energie und Lebensmitteln sieht Westreicher Möglichkeiten, durch Neuverhandlung der Konditionen einzusparen. (stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.02.2009)

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