Vancouver ist in der glücklichen Lage

11. Februar 2009, 19:00
1 Posting

Ein Jahr vor der Eröffnung der 21. Olympischen Winterspiele: Die meisten Sportstätten in Vancouver und Whistler stehen. Der "Sea to Sky" -Highway wird ausgebaut

Vancouver - Noch bevor die alpine WM in die nordische übergeht, wirft das nächste wintersportliche Großereignis seine Schatten voraus. Die XXI. Olympischen Winterspiele in Vancouver und Whistler beginnen exakt heute, Donnerstag, in einem Jahr.

Am 2. Juli 2003 hatte sich Vancouver gegen Salzburg und Pyeongchang (Südkorea) knapp durchgesetzt, damals kannte der Jubel keine Grenzen. Mittlerweile ist die Stimmung getrübt. Das Olympiabudget wurde zuletzt um 90 Millionen auf 1,1 Milliarden Euro erhöht, die geplanten Sicherheitskosten sind von 110 auf 629 Millionen Euro explodiert. Und die Stadt Vancouver muss einen Kredit über 485 Millionen Euro aufnehmen, um die für 1. November geplante Fertigstellung des Olympischen Dorfes abzusichern. OK-Chef John Furlong glaubt trotzdem, dass Vancouver ein ähnliches Schicksal wie Montreal nach den Sommerspielen 1976 erspart bleibt. Damals hatte es Milliardenverluste gegeben, die mit Steuergeldern über Jahrzehnte abgezahlt werden mussten.

Nun sollen zahlreiche Feierlichkeiten in der Host-City Vancouver und im Mountain-Host-Resort Whistler für Stimmung sorgen. Während Turin 2006 bei der Jahresfrist noch viele unfertige Sportstätten präsentierte, zeigen sich die Kanadier der Aufgabe vorzeitig gewachsen. Zahlreiche Generalproben sind im Jänner und Februar über die Bühne gegangen, darunter auch die nordischen Weltcup-Bewerbe im Whistler Olympic Park, die von der FIS und anderen Beobachtern durchwegs gelobt wurden. Loipenführung und Schanzen kamen auch bei den Athleten ausgezeichnet an. Furlong pflichtet klarerweise bei: "Wir haben tolle Schauplätze errichtet."

Natürlich gibt es zwölf Monate vor der Eröffnungsfeier noch einiges zu tun, das größte Projekt ist der weitere Ausbau der wichtigen "Route 99" , des sogenannten "Sea to Sky" -Highways von Vancouver ins 130 Kilometer entfernte Whistler. In diese Infrastruktur werden 600 Millionen kanadische Dollar (376 Mio. Euro) gepumpt. Im Verlauf der Spiele sollen Privatautos nur ausnahmsweise den Weg in die Berge nehmen dürfen, ein umfangreicher Shuttlebus-Service bringt die Fans zu den Schneebewerben. Vancouver hat 600.000 Einwohner, in der Region sind es 2,25 Millionen, es werden aber auch viele Zuseher aus Rest-Kanada und den USA erwartet.

Bemerkenswert werden die Spiele allein schon wegen der Lage Vancouvers am Meer. Die Stadt, in der im Februar die Temperatur im langjährigen Durchschnitt fast immer über null liegt, ist seit Jahren in Umfragen in Sachen Lebensqualität weltweit in den Top drei zu finden. (APA, sid, red, DER STANDARD, Printausgabe, Donnerstag, 12. Februar 2009)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Das Imax Theatre (oben) beim Convention Exhibition Centre in Vancouver. Auch hier wird 2010 einiges los sein. Joannie Rochette (rechts) ist eine von Kanadas Hoffnungsträgerinnen.

Share if you care.