Mugabe verspricht Tsvangirai Zusammenarbeit

11. Februar 2009, 15:47
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Neuer Regierungschef verlangt Ende der politischen Gewalt

Harare/Berlin - Simbabwes Präsident Robert Mugabe hat seinem langjährigen Rivalen und neuen Regierungschef Morgan Tsvangirai für die Zukunft Zusammenarbeit versprochen. "Ich reiche die Hand zur Freundschaft und Kooperation", sagte Mugabe am Mittwoch in einer Rede nach der Vereidigung Tsvangirais in Harare. Beide Politiker sollten künftig in einer Einheitsregierung dem Land dienen.

"Wenn wir gestern Gegner waren (...) so halten wir heute zusammen. Das ist ein Sieg für Simbabwe", fuhr Mugabe fort. Er und Tsvangirai hätten bereits gezeigt, dass sie in der Lage seien, Differenzen durch Verhandlungen und Kompromisse aufzulösen. Nun gelte es Schwerter zu Flugscharen umzuformen, sagte Mugabe mit Blick auf das wirtschaftlich weitgehend ruinierte Land.

Tsvangirai forderte in einer Rede vor Anhängern einen sofortigen Stopp der politischen Gewalt und Menschenrechtsverletzungen in Simbabwe. Es dürfe keine Gewalt unter den Menschen in Simbabwe mehr geben, nur weil sie unterschiedlicher politischer Meinung seien. Tsvangirai versprach, sich sofort für die Freilassung von politischen Gefangenen einzusetzen.

Tsvangirai sagte, er sei sich bewusst, dass viele dem Abkommen zur Machtteilung skeptisch gegenüber stünden. "Aber es ist die einzige Vereinbarung, die wir haben", sagte der 56-Jährige. Seine Landsleute bat er, "geduldig zu sein und uns Zeit zu geben".

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) begrüßte die Ernennung Tsvangirais zum Regierungschef. "Vor der neuen Einheitsregierung liegen riesige Aufgaben. Das völlig am Boden liegende Land braucht dringend einen Neuanfang", erklärte Stenmeier am Mittwoch. Er erwarte insbesondere von Mugabe und seiner Partei, dass sie die getroffenen Vereinbarungen einhalten und Simbabwe auf den "Weg von Demokratie und Achtung der Menschenrechte zurückführen". (APA/AFP)

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