Bescheidene Ziele trotz starker Saison

11. Februar 2009, 14:58
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ÖSV-Team hofft auf nur eine Medaille - Windanfälliger Schießstand als Hypothek - Sumann: "Strecke brutal schwer"

Pyeongchang - Österreichs Biathleten wollen sich im Vorfeld der WM in Pyeongchang nicht von unbegründeten Doping-Gerüchten aus der Ruhe bringen lassen. Das Team um Christoph Sumann und Jungstar Dominik Landertinger trainiert seit vergangenem Wochenende auf den WM-Strecken in Südkorea. "Sie haben sich von dieser Geschichte nicht durcheinanderbringen lassen", versicherte ÖSV-Sportdirektor Markus Gandler, der dem Team am Mittwoch nach Korea folgte.

Davor hatte Gandler noch die Fakten zum ÖSV-Vorgehen gegen die Zeitung "L'Equipe" geliefert, die vom möglichen Dopingfall eines Österreichers berichtet hatte. Um den Zustand seiner Athleten macht sich der Direktor keine Sorgen. "Wenn die Form passt, dann steckt man so etwas weg. Man läuft deswegen nicht schneller oder langsamer", meinte Gandler. "Bis Samstag ist das vergessen." Dann steht mit dem Sprint der erste WM-Bewerb auf dem Programm.

Sumann, Landertinger, Eder und Mesotitsch

Während das ÖSV-Quartett für den Auftakt mit Sumann, Landertinger, Simon Eder und Daniel Mesotitsch bereits steht, bestreiten die Reservisten Fritz Pinter und Tobias Eberhard am Donnerstag eine interne Ausscheidung um einen Startplatz im Einzelbewerb über 20 km am Dienstag. Diesen wird Landertinger auslassen, sollte er sich wie erwartet für den Massenstart qualifizieren. Dort sind nur 30 Athleten - darunter alle WM-Medaillengewinner - startberechtigt.

"Wenn alles gut läuft, werden alle zum Einsatz kommen", versprach Gandler. Großes ÖSV-Ziel ist und bleibt eine Medaille. "Das habe ich vor der Saison gesagt und ich bleibe dabei", betonte der ÖSV-Direktor - trotz einer so erfolgreichen Saison wie lange nicht. Edelmetall hatte es zuletzt bei der Heim-WM 2005 in Hochfilzen in der Staffel gegeben. In allen vier Teambewerben der Saison waren Österreichs Herren bisher auf dem Podest gelandet, führen damit im Spezial-Weltcup.

"In der Staffel sollte eine Medaille möglich sein", meinte Trainer Reinhard Gösweiner, warnte aber vor einer zu hohen Erwartungshaltung. Zwar seien alle Athleten fit und in Form, der windanfällige Schießstand sei aber eine Hypothek. "Man braucht sicher auch Glück. Im Vorjahr haben wir dort aber sehr gut abgeschnitten", erinnerte Gandler. Pinter hatte in Sprint und Verfolgung Ende Februar 2008 in Pyeongchang die Weltcup-Ränge drei und fünf belegt.

Die Strecken sind anspruchsvoll, die Abfahrten extrem schnell und riskant. Dazu haben die Organisatoren derzeit mit Schneemangel zu kämpfen. Lediglich ein weißes Loipen-Band zieht sich durch das Areal. "Den Schnee kann man aber eher als Eis bezeichnen. Die Strecken sind brutal schwer", schilderte Sumann, der die Zeitumstellung von acht Stunden laut eigenen Angaben von Tag zu Tag besser verkraftet. Die Rennen werden am Abend ausgetragen - in Mitteleuropa also am Vormittag. ORF, ZDF und Eurosport übertragen live. (APA)

 

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    Christoph Sumann: "Den Schnee kann man aber eher als Eis bezeichnen."

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