Inflation auf Fünf-Jahres-Tief

11. Februar 2009, 14:27
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Die Teuerung in Deutschland liegt im Jänner unter einem Prozent - sinkende Gas- und Strompreise in Sicht

Berlin  - Die Teuerungsrate ist in Deutschland im Jänner erstmals seit fast fünf Jahren unter die Ein-Prozent-Marke gefallen. Die Verbraucherpreise stiegen nur noch um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, bestätigte das Statistische Bundesamt am Mittwoch eine frühere Schätzung. Zuletzt war die Marke im Februar 2004 mit 0,8 Prozent unterschritten worden. Geschont wurden die Kassen der privaten Haushalte vor allem durch billigere Ölprodukte: Leichtes Heizöl kostete 18,5 Prozent sowie Benzin und Diesel 14,4 Prozent weniger.

Die Lebenshaltungskosten werden Experten zufolge auch in den kommenden Monaten kaum steigen. "Wir erleben eine Phase der Preisstabilität", sagte der Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Christian Dreger, zu Reuters. Verbraucher und Unternehmen würden durch niedrigere Energiepreise erheblich entlastet. "Die deutsche Importrechnung dürfte in diesem Jahr um 30 Mrd. Euro niedriger ausfallen als 2008", sagte Dreger. Das stütze den Konsum. Für 2009 erwartet die Bundesregierung eine Teuerungsrate von 0,5 Prozent. 2008 hatte sie mit 2,6 Prozent ein 14-Jahres-Hoch erreicht.

Die Inflationsrate sank bereits den sechsten Monat in Folge. Im Dezember lag sie bei 1,1 Prozent. Im Juli hatte sie noch ein 15-Jahres-Hoch von 3,3 Prozent erreicht. Seither sind Öl und andere Rohstoffe deutlich billiger geworden, weil die Rezession in vielen Industrieländern die Nachfrage drückt.

Gas derzeit noch spürbar teuer

Allerdings fielen nicht alle Energiepreise. Gas verteuerte sich um ein Fünftel im Vergleich zum Jänner 2008, Strom um 5,3 Prozent. Aber auch hier ist Entspannung zu erwarten. 52 Prozent der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung Mannheim (ZEW) befragten 200 Energieexperten sagen für die kommenden sechs Monate fallende Gaspreise voraus. Mehr als drei Viertel gehen von stabilen oder sinkenden Strompreisen aus.

Moderat fiel auch der Preisanstieg bei Lebensmitteln mit durchschnittlich 1,1 Prozent aus. Auch hier gab es gegenläufige Entwicklungen. Quark verbilligte sich um 22,7 Prozent und frische Vollmilch um 16,4 Prozent. Schokoladentafeln verteuerten sich dagegen um 13,1 Prozent, Bienenhonig um 12,7 Prozent sowie Fleisch und Fleischwaren um 4,5 Prozent. Für Brot und Getreideprodukte wurden 3,4 Prozent mehr verlangt.

Von Dezember auf Jänner sanken die Lebenshaltungskosten um 0,5 Prozent. Dabei spielten vor allem niedrigere Preise für Reisen eine Rolle, die nach dem Ende der Weihnachtsferien wie üblich kräftig nachgaben. Pauschalreisen verbilligten sich um 18,7 Prozent, Übernachtungen in Hotels und Pensionen um 13,9 Prozent sowie Flugreisen um 6,8 Prozent. Wegen des Winterschlussverkaufes waren auch Bekleidung und Schuhe um 2,4 Prozent günstiger zu haben als am Jahresende 2008. (APA/Reuters)

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