HRE erhält nochmals zehn Milliarden Euro

11. Februar 2009, 12:36
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Insgesamt hat die Hypo Real Estate 102 Milliarden Euro an Kapitalhilfen und staatlichen Garantien bekommen

München  - Der schwer angeschlagene deutsche Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate bekommt weitere staatliche Garantien in Höhe von 10 Mrd. Euro. Der deutsche Bankenrettungsfonds "Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung" (SoFFin) habe den zusätzlichen Garantierahmen bis zum 12. Juni gewährt, teilte der Konzern am Mittwoch Vormittag in München mit. Damit hat die Hypo Real Estate seit Oktober bereits 102 Mrd. Euro an Kapitalhilfen und staatlichen Garantien erhalten.

Die Verhandlungen über die Gewährung längerfristiger und umfassender Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität seien aber noch nicht abgeschlossen, teilte der Konzern heute weiter mit.

Wegen der dramatischen Lage wird seit Wochen über einen direkten Einstieg des deutschen Staates bei dem Unternehmen diskutiert. Dazu wollen sich Vertreter des SoFFin noch in dieser Woche mit dem Großaktionär des Konzerns an einen Tisch setzen. Die Investorengruppe um Christopher Flowers sei erstmals zu Gesprächen eingeladen worden und nehme das Angebot an, sagte ein Sprecher des Investors der Deutschen Presse-Agentur dpa in München. Durch eine Einigung mit Flowers, der rund 25 Prozent der Anteile hält, könnte der Einstieg des Staates deutlich erleichtert werden.

"Akute Löcher stopfen"

Der deutsche Staat muss somit nun beim angeschlagenen Staats-und Immobilienfinanzierer HRE erneut akut Löcher mit einer weiteren Garantie stopfen. Zudem laufen die Gespräche über eine Kapitalspritze weiter. Zuvor war bereits bekannt geworden, dass HRE-Großaktionär Flowers erstmals von der Regierung zu Gesprächen über die Rettung der Bank eingeladen worden.

Die Finanzpolitiker der Union hatten sich am Dienstag darauf geeinigt, dass sie weder eine Enteignung Flowers', der rund ein Viertel der Bank hält, noch eine "geordnete Insolvenz" mittragen könnten. Einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD/Mittwochausgabe) zufolge wird damit eine Verhandlungslösung wahrscheinlicher.

Deutschlands Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatte Flowers mit der Enteignung gedroht, falls er seine Aktien nicht zu einem marktgerechten Preis abgeben will. Flowers hatte seine Aktien für 22,50 Euro pro Stück gekauft und verlangte zuletzt Berichten zufolge noch 10 Euro. Mittwoch Mittag kostete die Aktie zuletzt 1,29 Euro.

Mit der heute angekündigten Garantie beläuft sich der gesamte Rahmen der SoFFin nun auf 52 Milliarden Euro. Inklusive der im Herbst eilig vom Staat und privaten Finanzwirtschaft geschnürten Pakets summieren sich die Rettungsmaßnahmen jetzt auf 102 Mrd. Euro.

Zum Vergleich: Der Marktwert der Bank lag zuletzt bei rund 272 Mio. Euro, sie hat aber eine Bilanzsumme von zuletzt knapp 400 Mrd. Euro und ist damit in etwa so groß wie die im September zusammengebrochene US-Investmentbank Lehman Brohers. (APA/dpa/dpa-AFX)

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