Baumann "ganz schön sauer"

11. Februar 2009, 11:42
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Allrounder beklagte Nichtnominierung für RTL und reiste ab - Auch Gruppentrainer Evers trat Heimreise an

Val d'Isere - Eigentlich ist an Romed Baumanns Nicht-Nominierung für den WM-Riesentorlauf in Val d'Isere nicht viel auszusetzen. Der Tiroler ist hinter Benjamin Raich, Hannes Reichelt, Philipp Schörghofer und Marcel Hirscher aktuell fünftbester Österreicher im Riesentorlauf-Weltcup und somit von der Papierform her wenig überraschend auch das fünfte Rad am Wagen. Dennoch hat sich der 23-Jährige nach seiner Ausbootung verärgert gezeigt und seinem Frust auch Luft gemacht.

ÖSV-Herrenchef-Trainer Toni Giger zeigte Verständnis für die Enttäuschung seines Schützlings, verwies jedoch auf eine "sehr enge und knappe Entscheidung" zugunsten von Schörghofer und Hirscher. "Romed ist ein sehr ehrgeiziger Läufer und das schätze ich auch sehr an ihm. Es ist klar und logisch, dass er fahren möchte. Aber Schörghofer und Hirscher haben mehr Weltcup-Punkte auf dem Konto und auch bei der Generalprobe in Val d'Isere besser abgeschnitten", begründete Giger seine Entscheidung.

Giger: "Verständnis für seine Enttäuschung"

Beim Riesentorlauf am 13. Dezember 2008 im aktuellen WM-Ort wurde Schörghofer Achter, Hirscher Elfter und Baumann 17.. Im aktuellen Riesentorlauf-Weltcup liegen Schörghofer (88 Punkte), Hirscher (86) und Baumann (80) fast auf gleicher Höhe. "Romed hat sich berechtigte Hoffnungen gemacht, ich habe Verständnis für seine Enttäuschung. Aber ich habe ihm die Sache in einem halbstündigen Gespräch erklärt", so Giger, dessen Truppe nach drei Bewerben in Val d'Isere noch ohne Medaille ist.

Ganz verstanden hat Baumann Gigers Argumente anscheinend aber nicht. "Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich ganz schön sauer bin. Es ist hart. Alle sind noch im WM-Fieber und ich sitze schon zu Hause. Obwohl ich mir es eigentlich verdient hätte noch dabei zu sein. Diese Entscheidung verstehe ich einfach nicht", meinte Baumann, der bereits wieder daheim in Hochfilzen ist.

So wie Giger hatte auch Baumann eine Menge Argumente parat. "Zum einen bin ich in der Superkombi nur knapp an einer Medaille vorbeigeschrammt (8., Anm.). Zum anderen bin ich gut in Form, habe perfekt trainiert und eine gute Materialabstimmung gefunden. Ich habe nicht nur eine super Spannung aufgebaut, sondern auch das Gefühl, richtig gut drauf zu sein. Ich hätte mich sehr wohl gefühlt, wäre mit dem Hang gut zurecht gekommen. Umso mehr schmerzt es, dass ich mir das Rennen von zu Hause aus im Fernsehen anschauen muss."

Offensichtlich ganz und gar nicht der Meinung seines Chefs war auch Andreas Evers, der Chef der Trainingsgruppe Speed&Kombi im ÖSV. "Romed ist neben Marcel Hirscher der Jüngste im Team und fährt in allen Disziplinen. Es ist sicherlich extrem hart, dass er nicht fahren darf und ich kann verstehen, wenn er sauer ist. Ich bin mindestens ebenso traurig wie er."

Evers, der Val d'Isere ebenfalls bereits verlassen hat, hätte sich für Baumann und gegen Schörghofer entschieden und begründete dies folgendermaßen: "Leistungsmäßig sind Schörghofer und Baumann im Riesentorlauf gleichauf. Aber Baumann ist drei Jahre jünger und fährt in allen Disziplinen, während Schörghofer ein reiner Riesentorlauf-Spezialist ist. Ich wünsche mir jetzt, dass Romed den Ärger in positive Energie ummünzt. Romed ist neben Benni Raich der einzige Allrounder im Team und trotzdem wird es ihm so schwer gemacht."

Erwähnt muss bei dieser Diskussion natürlich auch werden, dass Schörghofer zuletzt ebenfalls aufsteigende Form gezeigt hat, was zwei Riesentorlauf-Europacup-Siege am 4. und 5. Februar in La Molina und Soldeu deutlich unterstreichen. (APA)

 

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    Romed Baumann ist heiß.

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