Schwarzenberg: Diplomaten sind wie Prostituierte

11. Februar 2009, 10:51
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"Es gibt nur einen Beruf, der wie der meine ist" - Über direkten Dialog Washingtons mit Teheran: "Auch der Bauer muss mal Dung angreifen"

Prag - Der tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg hat bei Ausführungen über die Kunst der Diplomatie mit ungewöhnlichen Vergleichen für Aufsehen gesorgt. Wie die tschechische Tageszeitung "Mlada fronta Dnes" (Mittwoch-Ausgabe) berichtet, rückte er bei Gesprächen mit Journalisten auf seiner derzeitigen Reise in die USA und nach Russland die Arbeit der Diplomaten in die Nähe der Prostitution.

"Jene Stellung einnehmen, die der Partner will"

"Es gibt nur einen Beruf, der wie der meine ist. Von den Diplomaten erfordert man, vor allem in der Nacht und an Wochenenden zu arbeiten. Für die Verhandlungen können sie den Partner nicht auswählen und sind gezwungen, jene Stellung einzunehmen, die der Partner will", erzählte Schwarzenberg. Als einer der Journalisten nachfragte, welchen Beruf Schwarzenberg meinte, platzte der Minister fast vor Lachen: "Na den einer H...!"

Auch landwirtschaftliche Vergleiche hatte Schwarzenberg bei seinen Ausführungen parat. Als Antwort auf eine Frage hinsichtlich der Absicht der neuen US-Regierung, eventuell auch mit dem Iran einen direkten Dialog zu führen, meinte Schwarzenberg, ein Diplomat müsse auch mit jenen Partnern reden können, mit denen er normalerweise nicht sprechen würde. "Auch der Bauer muss mal Dung angreifen", so der Außenminister. (APA)

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    Karl Schwarzenberg, Diplomat

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