Russland droht Staatsdefizit von acht Prozent

11. Februar 2009, 10:31
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Berlin - Sinkende Öleinnahmen drohen in diesem Jahr ein enormes Loch in den russischen Staatshaushalt zu reißen. Das Staatsdefizit könne bis zu acht Prozent der Wirtschaftsleistung ausmachen, sagte der Wirtschaftsberater des Kremls, Arkadi Dworkowitsch, am Mittwoch in Russland. Finanzminister Alexej Kudrin rechnet bisher nur mit einem Fehlbetrag von 6,1 Prozent.

Die Finanzierungslücke müsse aber nicht zwangsläufig zu einer höheren Verschuldung führen. "Wir können ein Defizit haben, ohne auf Fremdfinanzierung angewiesen zu sein", sagte Dworkowitsch. In den Jahren steigender Ölpreise hatte Russland seine Überschüsse in einen Reservefonds angelegt, dessen Wert umgerechnet etwa 106 Mrd. Euro beträgt. Das reicht aus, um das erwartete Defizit zu decken.

Grund für die Deckungslücke im Staatsetat ist der sinkende Ölpreis. Ursprünglich ging die Regierung für dieses Jahr von einem Durchschnittspreis von 91 Dollar (70,2 Euro) je Fass aus. Derzeit liegt er aber nur bei gut 38 Dollar. Russland steht wegen sinkender Öleinnahmen und der Finanzkrise vor der wirtschaftlich schwierigsten Situation seit einem Jahrzehnt. Der Rubel hat deshalb seit November enorm an Wert verloren. Für eine weitere Abwertung gebe es aber keinen Grund, sagte Dworkowitsch. (APA/Reuters)

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