Intel will 7 Milliarden Dollar in US-Fabriken investieren

11. Februar 2009, 10:20
posten

Wie US-Unternehmen die heimische Wirtschaft stärken können, macht Intel vor. Der Chiphersteller investiert sieben Milliarden Dollar in die Modernisierung seiner Fabriken. Allerdings nur in den USA.

Die Verpflichtung zu "Buy American" als Teil des nationalen Konjunkturpakets in den USA - bei den geplanten Infrastrukturprojekten nur Stahl und Eisen aus heimischer Produktion einzusetzen - ist zwar aus Furcht vor möglichen Handelskriegen abgeschwächt worden. Und auch viele US-Firmen hatten darin eher eine Exportbremse als einen Stimulus für die amerikanische Produkte gesehen.

Doch es gibt für amerikanische Unternehmen auch andere Möglichkeiten, in der Krise die nationalistische Flagge hochzuhalten und gleichzeitig der heimischen Wirtschaft Impulse zu geben. Welche, zeigt der US-Chiphersteller Intel auf. Der Weltmarktführer investiert sieben Milliarden Dollar in die Modernisierung seiner Fabriken. Allerdings nur in den USA.

Spitze der Innovationsentwicklung

"Wir investieren in Amerika, um Intel und unsere Nation an der Spitze der Innovationsentwicklung zu halten", begründete Intel-Chef Paul Otellini das Vorhaben seines Unternehmens, das 75 Prozent seines Umsatzes im Ausland generiert. Mit den angekündigten Investitionen sollen dem Konzernchef zufolge nicht zuletzt 7000 "hochqualifizierte Arbeitsplätze" in Intels Fabriken in Oregon, Arizona und New Mexico gesichert werden. Intel beschäftigt in den USA 45.000 Menschen.

Die Investitionsbereitschaft des Prozessorherstellers kam insofern überraschend, da der Konzern im vierten Quartal 2008 einen Gewinnrückgang um 90 Prozent einstecken musste und vor ziemlich genau einem Monat den Abbau von 6000 Arbeitsplätzen - zum großen Teil in Penang (Malaysia) und Cavite (Philippinen) bekanntgegeben hatte. Otellini machte die Ankündigung symbolträchtig in Washington und forderte andere Unternehmen auf, dem Beispiel von Intel zu folgen und im aktuellen Abschwung in Innovationen zu investieren.

Auch Cisco nützt Krise

Auch der US-Netzausrüster Cisco nützt die Krise auf seine Weise. Erst vor kurzem kündigte CEO John Chambers an, weiterhin in neue Märkte investieren zu wollen. Ein Teil der Strategie, um in neue Märkte zu kommen, sind für ihn Akquisitionen. Zwar sitzt das Unternehmen nach wie vor auf beträchtlichen Barreserven. Mit einem großen Paket an Schuldverschreibungen über vier Milliarden Dollar, das diese Woche auf den Markt gebracht wurde, scheint der Konzern seine heimische Kapitalpositionierung stärken zu wollen.

In der Vergangenheit war Cisco häufig auf Einkaufstour, wobei vor allem kleinere Firmen übernommen wurden. Seit geraumer Zeit wird allerdings über einen größeren Zukauf spekuliert, nachdem die Aktienkurse weltweit deutlich gesunken sind. Im Mittelpunkt der Spekulationen stand zuletzt Speicherhersteller EMC und dessen Tochter VMware, an der Cisco mit zwei Prozent beteiligt ist. (kat/ DER STANDARD Printausgabe, 12. Februar 2009)

Link

Intel

  • Artikelbild
Share if you care.