Umsetzung der Sprachpolitik: Gerichtsverfahren in Zulu

12. Februar 2009, 09:37
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Derzeit Verhandlungen noch überwiegend in Englisch

Johannesburg - Südafrika setzt seine Sprachpolitik stärker durch und führt das erste Gericht ein, das Verfahren nur noch in der Zulu-Sprache durchführt. Das Justizministerium hat das Gericht in Msinga (KwaZulu-Natal-Provinz) nach Medienberichten als Pilotprojekt bei seinem Versuch bestimmt, in den ländlichen Gebieten den Gebrauch afrikanischer Sprachen durchzusetzen.

Elf anerkannte Sprachen

Südafrika hat offiziell elf anerkannte Sprache. Dennoch werden zurzeit Gerichtsverfahren überwiegend in Englisch durchgeführt und dann in afrikanische Sprachen übersetzt. Die Zulu sind Südafrikas größte Volksgruppe.

Im Prozess in Ramsgate gegen jenes Brüderpaar, das beschuldigt wird, am 23. November 2007 den österreichischen Ex-Fußballer Peter Burgstaller ermordet zu haben, hatte es auch sprachliche Probleme gegeben. Die Verhandlung im September des Vorjahres musste vertagt werden, weil einer der Angeklagten statt eines weißen einen schwarzen, zulu-sprechenden Verteidiger beantragt hatte. Er selbst könne nämlich nicht Englisch. (APA/dpa)

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