Nokia macht iTunes Konkurrenz

11. Februar 2009, 09:19
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Zu Apple, Musicload und Angeboten von Mobilfunkern gesellt sich in Österreich jetzt auch Nokia mit seinem Online-Musikdienst dazu. Zudem wird der iPhone-Konkurrent 5800 mit Touchscreen serviert.

Der finnische Handyhersteller Nokia steigt ab 10. Februar mit seinem Nokia Music Store auch in Österreich in das Online-Musikgeschäft ein. Gleichzeitig bringt Nokia sein erstes Handy mit Touchscreen nach Art des iPhone, das 5800 Xpress Music, um 390 Euro (ohne Subvention durch Betreiber) auf den heimischen Markt.

Album um zehn Euro

Der Nokia Music Store ist ähnlich wie Angebote von Apple (iTunes) oder der Deutschen Telekom (Musicload) ein Online-Store, in dem vom PC sowie vom Handy aus Musik per Download gekauft werden kann. Zur Auswahl stehen derzeit fünf Millionen Musiktitel heimischer wie internationaler Musiker. Einzelne Titel kosten einen Euro, ein Album zehn Euro (unabhängig von der Zahl der Titel).

"Größter Music-Store auf Erden"

Bereits vor rund zwei Jahren versprach Nokias Multimediachef Anssi Vanjoki den "größten Music-Store auf Erden", allerdings verbreitete sich das Angebot erst im Vorjahr über Großbritannien hinaus. Derzeit gibt es 14 Music- Stores, erklärte der neue Nokia-Alps-Chef Greig Williams bei der Eröffnung Montagabend.

Zwar hat Nokia mit rund einer Milliarde bisher verkaufter Handys weltweit die größte Kundenbasis für die Entwicklung seines Online-Musikdiensts, und eine große Zahl an jüngeren Multimedia-Handys kann - teils durch direkten Download aufs Handy, teils über den PC - das neue Angebot nutzen.

"Abzocke" vorgeworfen

Aber Nokia findet für diese wie andere Angebote seines Ovi-Online-Portals teils starken Gegenwind der Mobilfunker, die selbst solche Dienste bereitstellen. Der Chef von Hutchison 3G Austria ("3"), Berthold Thoma, warf Nokia bei der Präsentation von 3Music im vergangenen November "Abzocke" vor, da Kunden die Kosten des Datenverkehrs beim Download auf das Handy selbst tragen müssen, die bei "3" im Musikpreis inkludiert sind.

30 Sekunden Probehören

Benutzt wird der Nokia Music Store mit einer eigenen Software, Nokia Music (nur Windows). Damit wird sowohl die Musikbibliothek auf dem PC als auch der Zugang zum Online-Store verwaltet. Die Anmeldung erfolgt ohne Kreditkarte, gekauft werden kann mit Kreditkarte oder Musikgutscheinen - allerdings wird es nach Angaben von Nokia noch "einige Wochen" dauern, bis Gutscheine auch im Handel erhältlich sind. Wie generell bei Online-Musikangeboten üblich, können Titel in 30-Sekunden-Häppchen probegehört werden.

Kopierschutz

Etwas kompliziert stellen sich die Rechte für die gekaufte Musik dar, die im Windows-Media-Format (WMA) geliefert wird: Zu jedem Titel gibt es eigene Kopierschutzbestimmungen. Die restriktivste Form des Kopierschutzes sind drei Lizenzen - die Musik kann etwa auf einem PC sowie zwei Handys gespeichert werden. Es gibt jedoch auch unbegrenzte Lizenzen. Nokia hofft, noch 2009 Abschied vom Kopierschutz nehmen zu können. Amazon verkauft in den USA bereits ausschließlich kopierschutzfreie Musik, Apple will bis April sämtliche zehn Millionen Titel seines Stores von der DRM-Zwangsjacke befreien.

Musik-Abo

Erst im zweiten Halbjahr will Nokia auch in Österreich zusätzlich mit einem gänzlich anderen Preisschema starten: Bei dem derzeit nur in Großbritannien erhältlichen "Comes With Music" wird ein Handy zusammen mit einem 12- oder 18-Monate-Abo um 160 Euro verkauft, alle im Laufe der Abo-Zeit gesammelte Musik kann danach behalten werden. (Helmut Spudich/ DER STANDARD, 11. Februar 2009)

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Nokia

  • Nokia 5800 Xpress Music Handy mit Touchscreen und Zugang zum Nokia Music Store, der ab 10. Februar auch in Österreich angeboten wird.
    foto: nokia/ montage: beigelbeck

    Nokia 5800 Xpress Music Handy mit Touchscreen und Zugang zum Nokia Music Store, der ab 10. Februar auch in Österreich angeboten wird.

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