ArcelorMittal rutscht in die roten Zahlen

11. Februar 2009, 10:14
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Luxemburg - Der weltgrößte Stahlhersteller ArcelorMittal ist wegen der Absatzkrise in der Bau- und Autoindustrie im vierten Quartal 2008 in die roten Zahlen gerutscht. Er verbuchte einen Nettoverlust von rund 2,6 Mrd. Dollar (2,01 Mrd. Euro) nach einem Gewinn von 2,4 Mrd. Dollar im Vorjahresquartal. Der Umsatz stürzte um gut 21 Prozent auf 22 Mrd. Dollar, teilte ArcelorMittal am Mittwoch in Luxemburg mit.

Die Produktionskürzung wegen der weggebrochenen Nachfrage sei stärker ausgefallen als geplant. Statt um 35 Prozent wurde sie konzernweit um 45 Prozent gedrosselt, sagte Finanzchef Aditya Mittal am Mittwoch. Wegen "des schwierigen Marktumfelds" soll sie auch in den ersten drei Monaten 2009 weiter um 45 Prozent gekürzt bleiben.

Aufgrund der "exzellenten ersten drei Quartale" wies der Stahlriese für das Gesamtjahr 2008 einen Gewinn von 9,4 Mrd. Dollar aus - 9 Prozent weniger als im Vorjahr. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) betrug mit 24,5 Mrd. Dollar 26 Prozent mehr als 2007 - das bisher höchste in der Geschichte des Konzerns.

Konzernchef Lakshmi Mittal sagte, das Ergebnis sei "durch den beachtlichen Rückgang der Weltwirtschaft überschattet" worden. Die Absatzkrise in der Bau- und Automobilbranche hatte die Nachfrage wegbrechen lassen. Es gebe jedoch bereits "einige Anzeichen der Verbesserung" vor allem in China. "Ich erwarte, dass sich die Lage im ersten Quartal von 2009 in Europa stabilisiert", sagte Aditya Mittal. Dennoch werde für die ersten drei Monate diesen Jahres nur mit einem EBIDTA von einer Milliarde Dollar gerechnet.

Das Programm zum Abbau von insgesamt 9.000 Arbeitsplätzen in Vertrieb und Verwaltung solle jetzt auch auf die Produktion ausgeweitet werden, sagte Aditya Mittal. Noch gebe es keine genauen Zahlen. Für Europa hatte der Stahlkonzern bisher den Abbau von 6.000 Stellen "durch freiwillige Unternehmensaustritte" angekündigt. In Deutschlands sind 750 Arbeitsplätze bisher betroffen. (APA/dpa)

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