Osteuropa belastet Ergebnis

10. Februar 2009, 20:28
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Wert der BCR um eine Milliarde verringert – Nettogewinn 2008 sinkt auf 860 Millionen

Wien - Die Erste Group Bank AGhat am Dienstag nach Börsenschluss ihre ersten vorläufigen Ergebnisse für 2008 bekannt gegeben. Demnach ist der bereinigte Konzernüberschuss um fast ein Drittel (rund 27 Prozent) auf 860 Mio. Euro (nach 1,2 Mrd. Euro im Jahr davor) zurückgegangen.

Inklusive der Erlöse aus dem Verkauf der Versicherungssparte und negativer Bewertungseffekte lag der Konzerngewinn bei 1,3 Mrd. Euro, das Betriebsergebnis stieg um 19 Prozent auf drei Mrd. Euro, teilte das Unternehmen mit. Die Betriebserträge stiegen um 14 Prozent (auf sieben Mrd. Euro).

In Osteuropa muss stark abgeschrieben werden. 570 Mio. Euro, die die Erste Group aus dem Verkauf ihrer Versicherungssparte an die Wiener Städtische erlöst hat, werden zur vollständigen Abschreibung von immateriellen Vermögenswerten in der Ukraine und Serbien (87 Mio. Euro) und zur Teilabschreibung der immateriellen Vermögenswerte in Rumänien verwendet, teilte das Institut nach einer Vorstandssitzung ad hoc mit.

In Rumänien ist die Erste Group mit der Großsparkasse BCR vertreten und hält rund 25 Prozent Marktanteil. Konkret werden dort laut Erste Group rund 480 Mio. Euro auf die "teilweise Firmenwert-Abschreibung für das rumänische Geschäft" verwendet. Allein auf die Währungsabwertung in Rumänien entfielen zudem 370 Mio. Euro, für Kundenstock-Abschreibungen gingen 112 Mio. Euro drauf. Insgesamt wird der immaterielle Vermögenswert der BCR zum Jahresende somit um mehr als eine Milliarde auf 2,7 Mrd. Euro sinken, ließen die Banker wissen.

Um voraussichtlich 570 Mio.Euro vor Steuern werden die finanziellen Vermögenswerte abgewertet, inbegriffen sind auch (nicht näher bezifferte) Island-Abschreibungen und negative Bewertungen für das ABS- und CDO-Portfolio.

Zahlen zum 4. Quartal 2008 wurden nicht mitgeteilt, der Markt geht aber von einem Verlust im Schlussquartal aus. Entsprechende Spekulationen zogen den Titel an der Wiener Börse um rund zehn Prozent auf 10,30 Euro nach unten.

Vor der Ausgabe von Partizipationskapital "wird die Tier-1-Quote mit Jahresende bei 7,2 Prozent erwartet" , teilte die Bank weiters mit. Die Erste verhandelt, wie berichtet, mit dem Staat über die Aufnahme von Partizipationskapital zur Eigenkapitalstärkung.

Die detaillierten Ergebnisse werden am 27. Februar präsentiert werden, Bankchef Andreas Treichl sieht die Gruppe auf "einem soliden Fundament" stehen. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 11.2.2009)

 

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