Darwin für alle

10. Februar 2009, 19:37
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Donnerstag ist D-Day, Höhepunkt der Evolutions-Vermittlungsbemühungen

Sein 200. Geburtstag steht unmittelbar vor der Tür und damit der eigentliche Höhepunkt des Darwinjahrs. Womöglich werden einige angesichts der medialen Berichterstattungsflut über Charles Robert Darwin, die schon lange vor dem eigentlichen Jubiläum am 12. Februar begonnen hat, erleichtert aufseufzen. Doch nun geht es erst so richtig los mit dem öffentlichen Veranstaltungsreigen.

In Linz etwas wird im Festsaal des Landesmuseums (Beginn 19:30) am D-Day der renommierte deutsche Paläontologe und Wissenschaftskommunikator Friedemann Schrenk darüber sprechen, "was Darwin noch nicht wusste: Klima und Menschwerdung in Afrika" und über die komplizierte Frühgeschichte des Menschen und der Menschenaffen berichten.

In Wien beginnen am donnerstäglichen D-Day die populärwissenschaftlichen Darwin-Vermittlungsbemühungen mit einer prominenten Diskussionsrunde im Rahmen der Wiener Vorlesungen: Unter der Leitung der Ö1-Darwin-Expertin Birgit Dalheimer debattieren die Molekularbiologin Andrea Barta, die Theologin Susanne Heine, der Evolutionsbiologe Gerd Müller, der Philosoph Alfred Pfabigan und der Physiker Anton Zeilinger unter anderem darüber, ob Darwins "Entzauberung der Welt" eine "Beleidigung des Menschen" bedeutet (Aula der Wissenschaften, Wollzeile 27a, 19 Uhr).

Über ein Dutzend weiterer Veranstaltung sollen im Anschluss daran das Verständnis für die Evolutionstheorie vertiefen: Ab 3. März lädt die Österreichische Akademie der Wissenschaften gemeinsam mit der Universität Wien und den Wiener Vorlesungen zum Symposium "Evolution - Die Grundlage für ein Verstehen des Wandels in der Welt".

Ab Mai soll dann eine Ausstellung im öffentlichen Raum den Betrachter ab Mai auf den Spuren Darwins wandeln lassen. Auf Litfaßsäulen der Innenstadt wird die Reise mit der Beagle nachvollzogen und das Leben und Werk Darwins vorgestellt.

Eine eher nachhaltige Initiative zur Vermittlung der Evolutionstheorie hat der Springer-Verlag mit der Gründung der Zeitschrift Evolution: Education and Outreach gesetzt, die im Darwin-Jahr ihr einjähriges Bestehen feiert.

Evolution für die Schulen

Das Journal befasst sich mit der Umsetzung des Themas Evolution im Schulunterricht, berichtet über neueste wissenschaftliche und pädagogische Erkenntnisse in Sachen Darwin-Vermittlung und bietet hilfreiche Unterrichtsmaterialien. Und weil der Zeitschriftentitel Programm ist, können die bisherigen Nummern der eben vom amerikanischen Verlegerverband (AAP) ausgezeichneten Zeitschrift gratis im Internet nachgelesen werden. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 11.02.2009)

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