Weniger Rohöl und Erdgas made in Austria

10. Februar 2009, 19:14
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Die Inlandsförderung ging 2008 um 0,3 Prozent respektive 15,9 Prozent zurück

Wien - 2008 war kein Glanzjahr, was die Ausbeute von Öl- und Gasfeldern in Österreich betrifft. Die Produktion von Rohöl ging im Berichtsjahr um 0,3 Prozent auf insgesamt 942.030 Tonnen zurück, die Förderung von Erdgas verringerte sich um rund ein Sechstel auf 1,544 Mio. Kubikmeter. Das geht aus neuesten Daten der Geologischen Bundesanstalt hervor, die am Dienstag präsentiert wurden.

Der Löwenanteil bei der Erdöl- und Erdgasförderung entfiel auf die OMV, die für 89 respektive 79,2 Prozent der in Österreich produzierten Erdöl- und Erdgasmengen steht (siehe Grafik). Gegenüber 2007 hat sich die Fördermenge der OMV aber um 0,9 Prozent (Erdöl) und 6,6 Prozent (Erdgas) verringert.

Noch größer war der Einbruch der Gasförderung beim Mitbewerber RAG (Rohöl Aufsuchungs AG), an dem die EVN mehrheitlich beteiligt ist: die Gasförderung verringerte sich um 39 Prozent auf 320.538 Mio. m3. In der Rohölproduktion konnte die RAG hingegen um 5,1 Prozent zulegen.

Kompensiert wurde die geringere Aufbringung im Inland durch verstärkte Einfuhren. Bei Rohöl lag das Importplus bis Ende November 2008 bei knapp fünf Prozent, teilte die Statistik Austria auf Anfrage des STANDARD mit.

Kasachstan größter Lieferant

Größter Lieferant von Erdöl war im Vorjahr Kasachstan. In den ersten elf Monaten des Jahres (Dezember-Zahlen liegen noch nicht vor) gelangten 1,74 Mrd. Tonnen Rohöl kasachischer Provenienz nach Österreich. An zweiter Stelle folgte der Irak mit 1,46 Mrd. Tonne, an dritter Stelle Algerien mit 1,04 Mrd. Tonnen. Insgesamt wurden im Berichtszeitraum (Jänner bis November 2008) 7,25 Milliarden Tonnen Rohöl eingeführt, nach 6,95 Milliarden Tonnen im Vergleichzeitraum 2007.

Nach neuen Funden im Marchfeld ist die OMV zuversichtlich, die Produktion von Erdöl und Erdgas in den nächsten Jahren steigern zu können. Laut früheren Angaben soll das Wiener Becken bis 2010 rund ein Viertel mehr an Erdöl und Erdgas abwerfen. Das entspricht einer Steigerung der Fördermenge von rund 39.000 Fass (159 Liter) Öl-Äquivalent am Tag (boe/d) auf etwa 50.000 boe/d.

Um das zu erreichen, werden 120 Mio. Euro in das Modernisierungsprojekt "Matzen Neu" und in die Feldentwicklung "Ebenthal Tief" gepumpt. Bis Mitte 2009 sollen die Arbeiten im größten zusammenhängenden Ölfeld Mitteleuropas abgeschlossen sein. (stro, DER STANDARD, Printausgabe, 11.2.2009)

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    grafik: der standard
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